Auch als dreifache Mutter ist Karoline Vallaster stets für Ärzte ohne Grenzen einsatzbereit

Vorarlberg / 11.05.2019 • 18:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In der Region Beira half Karoline Vallaster in mobilen Kliniken mit. ÄRZTE OHNE GRENZEN

Erst vor Kurzem kehrte sie aus Mosambik zurück.

Mäder Sie ist ein Zugvogel. Karoline Vallaster liegt das Reisen im Blut. Doch die Krankenschwester aus Mäder verbindet mit ihrer Leidenschaft immer auch Berufliches. Erst vor wenigen Tagen ist die 45-Jährige von einem Hilfseinsatz mit Ärzte ohne Grenzen aus Mosambik zurückgekehrt, wo sie in der Region Beira in mobilen Kliniken tätig war. Obwohl dreifache Mutter, stand Karoline Vallaster spontan und sehr kurzfristig bereit, in diesen Einsatz zu gehen, der nach dem verheerenden Zyklon Idai von den Teams von Ärzte ohne Grenzen gestartet wurde. „Am Freitagabend besuchte ich in Wien einen Kongress der Organisation, am Montag packte ich meine Koffer und flog nach Mosambik“, erzählt Vallaster, die sich dabei immer auch auf die Unterstützung ihrer Familie verlassen kann. Dafür ist die junge Frau unendlich dankbar.

Kindheitstraum erfüllt

Krankenschwester zu werden war ihr Kindheitstraum. Karoline Vallaster hat ihn sich zielstrebig erfüllt. Ihre Ausbildung absolvierte sie in Innsbruck, das Diplom bekam sie 1996 in die Hand gedrückt. Gleich anschließend folgte ein Intensivkurs, danach ging sie für ein Jahr nach London, wo sie einen Tropenkurs belegte. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Bregenz übersiedelte Vallaster schließlich mit Kind und Kegel nach Bolivien. „Meine Kinder reisen ebenfalls gerne“, sagt sie und lässt ein frohes Lachen hören. Dass ihr mittlerweile ins Teenageralter gekommene Nachwuchs dadurch weltoffen und empfänglich auch für andere Werte geworden ist, freut die Mama besonders.

Zurück aus Südamerika, ließ sich die Familie in Niederösterreich nieder. Karoline Vallaster fand eine Arbeitsstelle in Wien. Schließlich begann sie, sich für Einsätze mit Ärzte ohne Grenzen zu interessieren. Sie besuchte eine Informationsveranstaltung und stellte sich dem nicht eben leichten Aufnahmeverfahren. „Die Anforderungen waren hoch“, bestätigt Vallaster, aber sie schaffte es. 2017 rückte sie erstmals für die Organisation aus. Ein halbes Jahr betreute sie von der Türkei aus ein Krankenhaus in Syrien. „Ins Land selbst durften wir nicht“, berichtet Karoline Vallaster. Ihre damalige Aufgabe beschreibt sie als Managementrolle. Im Gegensatz dazu ging es in Mosambik intensiv zur Sache. Der Zyklon Idai hatte eine Spur des Todes und der Verwüstung hinterlassen. Ärzte ohne Grenzen reiste nach Beira, weil ein Cholera-Ausbruch befürchtet wurde. „Der blieb glücklicherweise aus, weil schnell wieder sauberes Wasser verfügbar war“, schildert die Krankenschwester. Trotzdem tat Hilfe not. Dort, wo es nichts mehr gab, kamen mobile Kliniken hin. „Wir packten morgens das Auto und versorgten die Menschen vor Ort“, berichtet Vallaster weiter. War eine spitalsärztliche Intervention erforderlich, wurde das Fahrzeug kurzerhand zum Rettungswagen umfunktioniert.

Schwieriges Ankommen

Harte vier Wochen liegen hinter Karoline Vallaster. Das Ankommen in der Normalität fällt ihr trotzdem jedes Mal wieder schwer. „Das Leben in solchen Ländern ist viel intensiver“, hat sie festgestellt. Auch deshalb würde sie gerne wieder gehen, „aber nur in Absprache mit der Familie“, wie sie betont. An diesem Wochenende wird erstmal Muttertag gefeiert. „Hier“, meint Karoline Vallaster nachdenklich, „ist es viel einfacher, Mutter zu sein.“

Karoline Vallaster

Alter: 45

Beruf: Krankenschwester

Familie: verheiratet, drei Kinder