Dornbirn: Hinter illegalem Tiertransport steht eine Tierschutzorganisation

13.05.2019 • 15:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Insgesamt elf Hunde und ebenso viele Katzen sind am Sonntag von der Dornbirner Stadtpolizei beschlagnahmt worden. Stadtpolizei Dornbirn
Insgesamt elf Hunde und ebenso viele Katzen sind am Sonntag von der Dornbirner Stadtpolizei beschlagnahmt worden. Stadtpolizei Dornbirn

Verbotener Tierhandel kurz vor der Grenze hat Methode, sagt Landesveterinär Norbert Greber.

Dornbirn Eine Menge Eidgenossen warteten am Sonntagnachmittag auf einem Parkplatz beim Messepark auf den lebenden Inhalt zweier Transporter. Womit sie allerdings nicht rechneten, waren Einsatzfahrzeuge der Dornbirner Stadtpolizei, die praktisch gleichzeitig mit der ersehnten Lieferung eintrafen – und damit einen geplanten Tierhandel platzen ließen (die VN berichteten).

Zwei Serben, die die Transporter lenkten, versuchten angesichts der Beamten die Flucht zu ergreifen. Was ihnen allerdings misslang. Die Fahrzeuge wurden sichergestellt. Und mit ihnen eine Ladung aufgetürmter Käfige, in denen sich insgesamt elf Katzen und ebenso viele Hunde befanden.

Die Käfige mit den Vierbeinern wurden regelrecht in die Transporter hineingezwängt.
Die Käfige mit den Vierbeinern wurden regelrecht in die Transporter hineingezwängt.

Die geschmuggelten Vierbeiner waren für die Schweizer Käufer bestimmt und sollten ihnen kurz vor der Grenze übergeben werden. Was fehlte, waren die nötigen Papiere wie Impfpässe. Woran es allerdings nicht mangelte, waren irgendwelche passähnlichen Falsifikate mit schnuckeligen Namen wie „Carrie“, „Vanessa“ oder „Dagobert“ und die Missachtung von Transportbestimmungen. Die beiden Serben erwartet eine Anzeige, unter anderem wegen des „illegalen Feilbietens von Tieren an öffentlichen Plätzen“. Die beschlagnahmten Hunde und Katzen bekommen eine neue Bleibe im Tierschutzheim, und den Schweizern blieb nichts anderes übrig, als ihre Heimreise ohne Fellnasen anzutreten.

„Amtsbekannt“

Diesmal wurde das Geschäft vermasselt. Doch dem ist nicht immer so. Bisweilen gelingt es den Transporteuren, einer amtlichen Kontrolle zu entgehen. „Verbotener Tierhandel vor der Grenze hat Methode“, informiert Landesveterinär Norbert Greber und: „Es wurde schon beobachtet. Die beiden Serben sind amtsbekannt. Aber sie fahren mit den Transportfahrzeugen natürlich nicht über die Grenze, wo sie von Schweizer Zöllnern erwischt werden könnten.“

"Donald", "Dagobert" oder "Carrie": Jedes der importierten Tiere hatte neben einem Namen auch einen "Pet Passport".
„Donald“, „Dagobert“ oder „Carrie“: Jedes der importierten Tiere hatte neben einem Namen auch einen „Pet Passport“.

Denn gelingt der tierische Deal diesseits des Rheins, geht die Prozedur folgendermaßen vonstatten: „Die jeweiligen Käufer aus der Schweiz fahren dann mit nur einem Tier und einem gefälschten Impfass über die Grenze und können sich dort durchaus verdachtlos als die rechtmäßigen Besitzer ausgeben“, sagt Greber. Die beiden Serben seien in diesem Fall nur die Chauffeure gewesen. „Hinter dem illegalen Tiertransport steht eine Tierschutzorganisation, irgendwo in der Schweiz oder in Deutschland, ich kann es nicht genau sagen. Jedenfalls wird hier ermittelt“, ergänzt der Landesveterinär.

„Wir sehen Importe durch Tierschutzorganisationen grundsätzlich kritisch“

Norbert Greber, Landesveterinär

Allerdings gäbe es auch Tierschutzorganisationen, die legal Vierbeiner importierten, doch: „Wir sehen Importe durch Tierschutzorganisationen grundsätzlich kritisch. Denn es kann nicht sein, dass Tiere ohne entsprechende Gesundheitsbestätigung am Ende dann im Tierheim landen und dadurch der Allgemeinheit zur Last fallen“, ergänzt Greber.