Lukas Flatz ist in der Krebsforschung erfolgreich

13.05.2019 • 06:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lukas Flatz sind neben der Forschung auch seine Patienten wichtig. KSSG

Am Kantonsspital St. Gallen hat er einer Förderprofessur inne.

feldkirch Er hat seine Wurzeln nie gekappt. Trotz vieler Umzüge, die in erster Linie dem Beruf des Vaters geschuldet waren, ist Lukas Flatz ein Vorarlberger geblieben. „Meine Mutter und meine Geschwister wohnen noch in Feldkirch, und ich selbst bin auch in Feldkirch geboren“, erklärt er. Sein berufliches Wohl fand der junge Arzt allerdings in der Schweiz. Seit fünf Jahren arbeitet Flatz als Onkologe und Dermatologe am Kantonsspital St. Gallen. Dort hat ihm der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung 2015 eine Förderprofessur zugesprochen. Die Aussicht, eine eigene Forschungsgruppe aufbauen zu können, erleichterte ihm den Wechsel vom Unispital Lausanne nach St. Gallen. Inzwischen ist seinem Team ein bedeutender Erfolg gelungen, dessen Ergebnis jüngst im renommierten Onkologiejournal „Jama Oncology“ zu lesen war.

Wichtiges Wissen

Konkret ging es um die Immuntherapie, die als eine Art Revolution in der Behandlung von Krebs gilt. Allerdings zerstören die weißen Blutkörperchen dabei nicht nur die Krebszellen, sie können auch gesunde Organe des Körpers wie Darm, Lunge oder die Haut attackieren. „Wir wollten wissen, was genau im Menschen passiert, wenn die Haut im Rahmen einer Immuntherapie angegriffen wird“, sagt Lukas Flatz. Dazu wurden von Juli 2016 bis Dezember 2018 insgesamt 73 Lungenkrebspatienten eng begleitet und bei ihnen Blutproben entnommen. Deren Analyse im Forschungslabor ergab, dass die Patienten, die während der Therapie autoimmune Nebenwirkungen entwickeln, überdurchschnittlich häufig ein sehr gutes Ansprechen gegen den Krebs zeigten. „Anhand von Experimenten konnten wir in der Folge beweisen, dass die gleichen Killerzellen, eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, nicht nur die Haut, sondern eben auch den Krebs angreifen. Das heißt, die weißen Blutkörperchen erkennen die gleichen Eiweiße im Krebs wie in der Haut“, erläutert Flatz weiter. Diese Entdeckung ist laut dem Onkologen aus zwei Gründen wichtig: „Zum einen hilft es den Ärzten, die Nebenwirkung der Immuntherapie besser zu verstehen, zum anderen erleichtert es das Wissen rund um diese Eiweiße, eine nächste Generation von Krebsimpfstoffen zu entwickeln.“

Die Begeisterung, mit der Lukas Flatz seinen Beruf ausübt, ist spürbar. „In St. Gallen habe ich eine optimale Infrastruktur für meine Forschungsarbeiten vorgefunden.“ Doch er grübelt nicht nur im stillen Kämmerlein an neuen Erkenntnissen. Flatz arbeitet weiterhin auch klinisch. Mit einem Teilpensum von je 20 Prozent widmet er sich der Onkologie und Dermatologie. Für ihn steht immer der Patient im Fokus. „Wenn man es als Forscher auch selbst mit Patienten zu tun hat, kennt man ihre Bedürfnisse, und darum geht es“, betont er. 

Einen Ausgleich zu seiner herausfordernden spitalsärztlichen Tätigkeit findet Lukas Flatz in der Natur und bei seiner Familie. „Wir sind viel draußen unterwegs“, erzählt der Vater eines Sohnes und einer Tochter. Seine Laufbahn begann er in der Volksschule Tisis. Nach einem Jahr am Gymnasium in Feldkirch erfolgte die Übersiedlung ins Fürstentum Liechtenstein, er schließlich auch maturierte. Das Medizinstudium absolvierte Lukas Flatz in Bern. „Vorarlberg besuche ich aber immer noch oft und gerne.“

Lukas FlatZ

Alter 40

Ausbildung Matura, Medizinstudium, Förderprofessur am Kantonsspital St. Gallen

Familie verheiratet, 2 Kinder (11 und 5 Jahre)