Ergreifende Gedenkfeier am Rankweiler Russenfriedhof

Vorarlberg / 17.05.2019 • 11:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Vorarlberg wohnhafte Menschen aus russischsprachigen Ländern, Vorarlberger, Schweizer und Liechtensteiner nahmen an der Gedenkfeier teil. HELFRIED NIEDERL

43 verstorbene russische Kriegsgefangene sind in Rankweil begraben. Alljährlich treffen sich Menschen aus russischsprachigen Ländern, aber auch Vorarlberger, Schweizer und Liechtensteiner um ihrer zu gedenken.

Rankweil Bereits zur Tradition geworden ist die Gedenkfeier für russische Kriegsgefangene und gefallene Soldaten auf dem Waldfriedhof oberhalb der Valduna. Am Samstag, 11. Mai, trafen sich Menschen aus russischsprachigen Ländern, die in Vorarlberg leben, Vorarlberger, Schweizer und Liechtensteiner, die Russisch lernen und sich für die russische Sprache und Kultur interessieren, um der russischen Kriegsopfer zu gedenken.

Der Chor Russinka unter Chorleiterin Elena Fischer, der russische Verein Rusalotschka sowie Russisch-Lehrerin Irina Abramova organisieren seit fünf Jahren dieses Erinnern. Rote Nelken für die Opfer wurden für die Gedenkstätte mitgebracht und vom Chor Russinka gesungenen russischen Lieder unterstrichen die feierliche Atmosphäre auf dem sogenannten Russenfriedhof, einem Ehrenteil der Ruhestätte.

Der Obelisk mit einer Gedenkinschrift in Russisch und Deutsch.
Der Obelisk mit einer Gedenkinschrift in Russisch und Deutsch.

Während der Gedenkfeier regnete es in Strömen. Deshalb wärmten sich die Teilnehmer im Rankweiler Gasthaus Schwarzer Adler erst einmal auf. Dann wurde gemeinsam gegessen und wurden rührende und tiefgründige Gespräche geführt, Familiengeschichten aus dem Zweiten Weltkrieg erzählt und persönliche, hochinteressante Erinnerungsstücke aus privaten Archiven gezeigt.

Russenfriedhof

Auf dem oberhalb des Landeskrankenhaus Rankweil gelegenen Waldfriedhof befindet sich der russische Ehrenteil, der sogenannte Russenfriedhof. Die russischen Kriegsgefanenen hatten wenig Überlebenschancen. Sie waren aus einem Salzburger Lager nach Vorarlberg überstellt wurden. 43 von ihnen sind auf dem Russenfriedhof bestattet. 43 Pultsteine aus Granit, in die die Namen der russischen Kriegsopfer eingraviert sind, wurden anlässlich der Sanierung zur Erinnerung aufgestellt.

Der sogenannte Russenfriedhof.
Der sogenannte Russenfriedhof.

Besonders erwähnenswert ist das Engagement des Schwarzes-Kreuz-Vereinsmitglieds Wolfgang Pruggger, der seit 30 Jahren ehrenamtlich die Soldatengräber pflegt, genauso liebevoll wie Schwarzes-Kreuz-Mitglieder Soldatengräber deutscher und österreichischer Soldaten in Russland betreuen. KL