Geologe Walter Bauer ist überrascht, dass Starkregen nicht mehr Schaden anrichtete

Vorarlberg / 21.05.2019 • 18:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Geologe Walter Bauer ist derzeit im Land unterwegs, um nach dem Dauerregen kritische Stellen zu begutachten.VN

Ausgetrocknete Böden und Bäume sowie eine durstige Vegetation im Wachsen hatten großen Wasserbedarf.

Schwarzach Außendienst: So heißt das Los des Landesgeologen Walter Bauer bei extremen Wettersituationen wie der jetzigen. Der Experte ist an neuralgischen Stellen vor Ort, prüft die Lage und leitet, wenn notwendig, Maßnahmen ein.

Wie gefährlich ist die Situation nach dem Dauerregen aus geologischer Sicht ?

In Anbetracht der heftigen Niederschläge ist eigentlich wenig passiert. Das wundert mich. Man wird jetzt sehen müssen, wie sich die Situation entwickelt. Derzeit lässt sich das nicht abschätzen.

Wie schauen mögliche Szenarien aus?

Es ist natürlich klar, dass es am besten wäre, wenn der Regen aufhört. Viel mehr Wasser sollte jetzt nicht mehr dazu kommen. Wenn es weiter in dieser Intensität regnet, müssen wir mit Ereignissen rechnen.

Haben Sie eine Erklärung dafür, dass trotz des Starkregens bisher nicht mehr passiert ist?

Ich denke, die Bäume in den Wäldern waren ziemlich ausgetrocknet und konnten sehr viel Flüssigkeit aufnehmen. Auch die Böden hatten noch eine sehr hohe Aufnahmekapazität für Wasser und die wachsende Vegetation braucht Wasser. Wären diese Wassermengen im Herbst gefallen, wäre es nicht so glimpflich ausgegangen.

Lassen sich aus geologischer Sicht genaue Prognosen stellen, wann ein Hang zu rutschen beginnt?

Man kann nie genau sagen, wann ein Hang ins Rutschen gerät. Was Geologen sehr wohl können, ist, eine Risikobewertung abzugeben. Es ist möglich, abzuschätzen, welcher Hang gefährlich ist.