Besseres Verständnis für die digitale Zukunft

Vorarlberg / 23.05.2019 • 19:21 Uhr
Parallel zur Forschung wird auch Ausbildung in der digitalen Fabrik groß geschrieben. Die EU fördert das Projekt. FH/Fabrizio Pritzi
Parallel zur Forschung wird auch Ausbildung in der digitalen Fabrik groß geschrieben. Die EU fördert das Projekt. FH/Fabrizio Pritzi

Forschungszentrum an der FH wird von der EU unterstützt.

dornbirn Die neue Technologie verändert die Arbeitswelt unaufhörlich. Industrie 4.0 ist nicht nur ein Schlagwort. Abwarten ist für Unternehmen längst keine Option mehr. Seit November 2018 existiert ein Kompetenzzentrum an der Fachhochschule Vorarlberg in Dornbirn, das Abhilfe schaffen soll. „Bei der Digital Factory handelt es sich um ein Forschungs- und Lernlabor, in dem wir Digitalisierung in der Produktion weiterentwickeln“, schildert Professor Robert Merz, der das Projekt leitet. Im Mittelpunkt steht die digitale Vernetzung von Produktions- und Logistikprozessen mit neuen Informationstechnologien, bekannte Produktionsmuster treffen also auf Industrie 4.0.

Simulator in Echtzeit

Im Prinzip fungiert die Digital Factory als Echtzeitsimulator. Ziel ist, Firmen bei den Transformationsprozessen der Zukunft zu unterstützen. Auch wenn ähnliche Konzepte bereits erprobt sind: „In Vorarlberg ist das neu“, sagt Merz. Auch die Europäische Union unterstützt das innovative Projekt, und zwar über den Fonds für regionale Entwicklung. Insgesamt fließen zwischen 2014 und 2020 351,8 Milliarden Euro in Europas Regionen, das ist fast ein Drittel des gesamten EU-Haushalts. Investitionen in Wachstum und Beschäftigung sind ein wichtiges Ziel. Über diese Förderschiene werden derzeit 40 Projekte in Vorarlberg gelistet, darunter die Digital Factory. Sie wurde von den „Gründungsvätern“ Merz und dem Vizerektor der Fachhochschule, Karl-Heinz Weidmann, ins Leben gerufen.

Das Gesamtinvestitionsvolumen für das Lern- und Forschungszentrum umfasst 535.000 Euro. Leiter Merz erklärt den speziellen Zugang der Digital Factory folgendermaßen: „Es handelt sich um keine riesige Anlage, aber auch nicht um eine Spielzeugfabrik.“ Man arbeite nicht mit Modellen. Das bedeutet: Es gibt echte Maschinen. Prozesse aus verschiedenen Bereichen, die für die Produktion von Bedeutung sind, werden exemplarisch ausgewählt und mit digitalen Mechanismen durchgespielt.

Ausbildung im Fokus

Parallel zur Forschung spielt die Ausbildung eine zentrale Rolle in der digitalen Fabrik. Derzeit hat die Digital Factory 19 Mitarbeiter, darunter neun Studierende, wie Merz weiter schildert. Dazu kommen jene Studenten, die im Rahmen des Forschungszentrums ihre Projekt- und Abschlussarbeiten verfassen. Die Erkenntnisse fließen überhaupt in die Lehrpläne der rund 1300 Studenten an der Fachhochschule ein. Außerdem werden Mitarbeiter aus der Industrie geschult. Bei Unternehmen kommt das Kompetenzzentrum für digitale Produktion jedenfalls gut an. Professor Merz berichtet aktuell von 13 laufenden Forschungs- und Entwicklungsprojekten.

Ein weiterer Ausbau ist für das kommende Jahr geplant. „Wir arbeiten an den entsprechenden Plänen“, verrät der Leiter der digitalen Fabrik.

„Bei der Digital Factory handelt es sich um ein Forschungs- und Lernlabor.

Besseres Verständnis für die digitale Zukunft

Digital Factory

Projekt Forschungs- und Lernfabrik, die wesentliche Aspekte einer realen Güterproduktion abbildet

Gefördert aus Europäischer Fonds für regionale Entwicklung – IWB 2014-2020

Standort Fachhochschule Vorarlberg in Dornbirn