Wunschlösung für BRG/BORG Schoren und Sportgymnasium

Vorarlberg / 04.06.2019 • 18:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Container des BG Schoren, in denen es zieht und im Sommer zu heiß wird. Dieser Zustand sollte bald Geschichte sein.VN/STEURER

Bund beschloss Zubau zum Schoren und Neubau des Sportgymnasiums bei der HTL.

eBregenz Jahrelang dauert das Gezeter um das BRG/BORG Schoren sowie das Sportgymnasium im Zusammenhang mit der Raumsituation bereits. Der Schoren forderte einen Zubau für mindestens acht Klassen, das Sportgymnasium einen Gebäudeneubau, um seiner prekären Standortmisere beim Messegelände endlich zu entkommen. Im Raum stand für den Bund zuletzt eine Clusterlösung der beiden höheren Schulen. Konkret: Es wird zwar eine neue Schule in der Höchsterstraße gebaut, das Sportgymnasium muss diese jedoch mit dem Schoren teilen und Klassen seiner ehemaligen Stammschule am neuen Standort teilen. Zudem würde die verwaltungsmäßige Oberhoheit für beide Bildungsstätten wieder zum Schoren wandern.

Speziell für das Kollegium des Sportgymnasiums war das ein No go, und auch am Schoren wäre man zwar konsensbereit gewesen, jedoch alles andere als begeistert.

Wie es sich beide wünschen

Jetzt kommt es anders. Und es kommt so, wie es sich beide wünschen. Der Schoren erhält einen Zubau in Form einer Aufstockung mit einer Kapazität von acht Klassen, dem Sportgymnasium wird im Areal der benachbarten HTL ein neues Gebäude gebaut. „Mündlich wurde uns das schon vor zwei Wochen vom Ministerium zugesagt, jetzt haben wir es schriftlich“, freut sich die Vorarlberger Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink (57). „Klar wäre eine Clusterlösung mit einem größeren Neubau, in dem sich 13 Sportgymnasiumsklassen und acht vom Schoren hätten unterbringen lassen, wirtschaftlicher gewesen, aber wir haben jetzt die von beiden Schulen gewünschte Lösung erreicht. Das Land hat sich dazu entschieden, die Mehrkosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro zur Hälfte mitzutragen“, erläutert Schöbi-Fink die Details der Vereinbarung. Man habe nicht länger auf einen Schulentwicklungsplan des Bundes warten wollen. Zudem erfreulich fürs Sportgymnasium: Es darf sich auch über einen Bewegungsraum am neuen Standort freuen. Dieser war im ursprünglichen Projekt nicht vorgesehen und hatte zu heftigen Diskussionen geführt.

„Wir haben jetzt die von beiden Schulen gewünschte Lösung erreichen können.“

Barbara Schöbi-Fink, Schullandesrätin

Faßmann winkte alles durch

Die Zustimmung zur Wunschlösung für beide Schulen war eine der letzten Amtshandlungen von Bildungsminister Heinz Faßmann (64). Nun brauche es eine schnellstmögliche Umsetzung für beide Bauvorhaben. „Die Verantwortung dazu liegt jetzt beim Bund. Die Vorarlberger Landesregierung wird sich in jedem Fall wie bisher mit Nachdruck für eine rasche Realisierung beider Bauprojekte einsetzen“, gibt sich Schöbi-Fink entschlossen.

Freude bei den Direktoren

Naturgemäß mit Freude wurde die Zusage zu den zwei Bauprojekten an den beiden Standorten aufgenommen. „Wir sind glücklich über diese Zusage“, äußerte sich BRG/BORG Schoren-Direktor Reinhard Sepp (55) in einer ersten Stellungnahme. Einen Wunsch schießt er dennoch nach: „Ich hoffe natürlich, dass bei der Erweiterung der Schule die neuesten pädagogischen Erkenntnisse in die Bauart des Projekts miteinfließen. Es wäre ja schade, würde das nicht passieren.“

Josef Spiegel (63), Direktor am Sportgymnasium, kann seine große Genugtuung über den Beschluss von Bund und Land ebenfalls nicht verhehlen. „Für uns geht ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Wir haben jahrelang für einen Neubau der Schule gekämpft, auch weil sie sich immer weiterentwickelt.“ Sollte es beim Gebäude zu einer Partnerschaft mit der HTL kommen, sieht Spiegel das nicht als Problem. „So lange wir organisatorisch und räumlich getrennt als eigene Schule agieren können, können wir damit leben.“

Vor dreieinhalb Jahren protestierten Schüler des Sportgymnasiums gegen die hohe Lärmbelastung im Zuge des Neubaus der Messehallen.VN/Paulitsch
Vor dreieinhalb Jahren protestierten Schüler des Sportgymnasiums gegen die hohe Lärmbelastung im Zuge des Neubaus der Messehallen.VN/Paulitsch