Bikepark-Förderung im Visier der Naturschützer

Vorarlberg / 05.06.2019 • 18:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Brandnertal sind bereits die Bagger aufgefahren. Die Bauarbeiten für den Ausbau des Bikeparks haben vor wenigen Tagen begonnen. MICHAEL MARTE

Naturschutzanwältin Katharina Lins richtet einen offenen Brief an Landeshauptmann Markus Wallner.

Bürs Nach dem grünen Licht für die Erweiterungspläne des Bikeparks Brandnertal durch die Bezirkshauptmannschaft Bludenz formiert sich weiter Widerstand gegen das Projekt. Wie die VN berichteten, sollen acht zusätzliche Bike-Trails mit einer Gesamtlänge von etwas mehr als 20 Kilometern entstehen. Unter anderem soll mit dem Loischkopf ein besonders sensibles Gebiet erschlossen werden.

Im Landhaus in Bregenz ist mittlerweile auch ein Antrag zur Förderung des umstrittenen Projekts eingelangt, sagt Naturschutzanwältin Katharina Lins. Das wiederum ruft die Naturschützer auf den Plan. In einem offenen Brief wird Landeshauptmann Markus Wallner nun aufgefordert, dieses Vorhaben nicht aus öffentlichen Mitteln zu unterstützen. Begründet wird das Anliegen mit dem Naturschutzgesetz. Bei Förderungen des Landes sei auf die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftsentwicklung Bedacht zu nehmen, argumentiert Katharina Lins. Beim vorliegenden Projekt sei jedenfalls festgestellt worden, dass schwerwiegende Beeinträchtigungen für Natur und Landschaft zu erwarten sind, werden entsprechende Gutachten zitiert.

Besonderes Augenmerk liegt auf den Bauplänen für den Loischkopf, der selbst ein Biotop darstellt. „Hier werden Brut- und Aufzuchtsgebiete von geschützten Birk- und Auerhühnern gestört“, sagt Lins im Gespräch mit den VN. Erst würden die Interessen von Wirtschaft und Tourismus höher gewertet als jene der Natur. „So ein Projekt dann auch noch mit öffentlichen Mittel zu fördern, geht gar nicht“, sagt sie.
Das Bewilligungsverfahren für das Bauvorhaben ist positiv abgeschlossen. Die Naturschützer wollen aber nicht kampflos aufgeben. Weil es sich um EU-rechtlich geschützte Tierarten handelt, könnte es Einspruchsmöglichkeiten auch außer Landes geben. Die Abklärungen laufen jedenfalls.