Neues Antlitz für Gasthaus zum Schwert in Altach

Historisches ehemaliges Gasthaus soll saniert werden.
Altach Das Gasthaus zum Schwert im Ortsteil Bauern, wie es der Historiker Harald Walser in „Altach – Geschichte und Gegenwart“ beschreibt, spielte vor allem im 19. Jahrhundert eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen Leben des Dorfes. Zahlreiche Veranstaltungen fanden dort statt – bis zum Jahr 1959, als der „Schwert-Würt“ seine Tore schließen musste. Davor wurde im „Schwert“ aber nicht nur gefeiert. Die Musikgesellschaft Altach hatte bis zur Spaltung ihr Probelokal, die junge sozialistische Arbeiterpartei traf sich dort zu Sitzungen. Die Auseinandersetzungen zwischen Sozialisten und konservativem Klerus waren vor allem nach dem Ersten Weltkrieg besonders intensiv, Walser beschreibt es als „Altacher Kulturkampf“. Es ging aber auch um banale Dinge, wie eine zu frühe Sperrstunde. Andernorts durften die Lokale bis Mitternacht geöffnet halten, in Altach nur bis 23 Uhr. Der damalige Wirt Hermann Walser kämpfte vergebens für eine Verlängerung. Pikanterweise wurde die Sperrstunde erst während der NS-Zeit nach hinten verlegt. Die Einhaltung der Sperrstunde wurde auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg von der Dorfpolizei penibel überprüft und durchgesetzt.

Bauverhandlung heute
Nach dem Ende des Gasthausbetriebs waren im „Schwert“ Wohn- und Geschäftsräume untergebracht, wie etwa die Firma Sportbau Walser. Nun soll das Gebäude generalsaniert werden, eine Bauverhandlung findet heute, Donnerstag, statt. CEG