Altacher Jungschauspieler keinesfalls ahnungslos

Vorarlberg / 26.06.2019 • 09:43 Uhr
Das Theaterstück "Keine Ahnung" beschäftigt sich mit Szenen aus dem täglichen Leben. Egle
Das Theaterstück “Keine Ahnung” beschäftigt sich mit Szenen aus dem täglichen Leben. Egle

Jugendgruppe des Theaterkreises Altach präsentierte Szenen aus dem Leben

Altach „Keine Ahnung“ heißt das Stück, das der Altacher Schauspielernachwuchs zum Besten gab. Ganz zu Beginn wirkt es auch ganz kurz so, als ob die Protagonisten auf der Bühne des Theaters im KOM wirklich keine Ahnung hätten. Während das Publikum gespannt auf die Handlung wartet, wirkt die junge Theatergruppe chaotisch und unvorbereitet, Proben habe niemand besucht, Texte auswendig gelernt wozu und im allgemeinen Wirrwarr hat auch keiner den Abend abgesagt. Obwohl das Publikum wohl schon verstanden hat, dass die Ahnungslosigkeit Teil des Stücks ist, versuchen die jungen Schauspieler, diesen Ansatz weiterzuverfolgen. Eine Darstellerin findet ein Buch mit dem Titel „Keine Ahnung …“ und spricht zufällig vorbeikommende Passanten an, sie sollen doch einfach daraus etwas vorlesen. Daraus ergeben sich mehrere mitten aus dem Leben gegriffene Szenen.

Das Buch mit dem Titel "Keine Ahnung" verbindet die einzelnen Szenen des Stücks. Egle
Das Buch mit dem Titel “Keine Ahnung” verbindet die einzelnen Szenen des Stücks. Egle

Die Kinder und Jugendlichen versuchen dann auch gar nicht, Erwachsenentheater aufzuführen, sondern bleiben bewusst in der Welt des Jugendalltags. Es geht um die Beziehung zwischen Mutter und Tochter, um rasch wechselnde Liebschaften beim Speed Dating, um die schließlich doch noch große Liebe auf den ersten Blick beim Kauf von Knödelbrot, um Streitigkeiten beim Frust-Shopping. Für drei Generationen geht es aber auch in den Zoo und zum Abschluss auf den Friedhof. Die Zuschauer im vollbesetzten Saal merken, dass hier keine Ahnungslosen auf der Bühne stehen, sondern Jugendliche, die einen Teil ihres Lebens auf die Bühne zaubern.

Die 13 jungen Schauspielerinnen lieferten eine beachtliche Talentprobe ab. Egle
Die 13 jungen Schauspielerinnen lieferten eine beachtliche Talentprobe ab. Egle

Zwar leicht adaptiert für das Theater, wirkt der Abend unverfälscht und authentisch. Die Leidenschaft der insgesamt dreizehn Mädchen – der männliche Schauspielernachwuchs traute sich dieses Mal wohl leider noch nicht auf die Bühne – ist ebenso spürbar wie die intensiven Proben während des ganzen Schuljahrs mit den beiden jungen Regisseurinnen Caroline Meusburger und Julia Märk. Theaterkreis-Obmann Alfred Bargetz bedankte sich nach dem letzten Vorhang stolz bei seinem Nachwuchsteam. Um die Zukunft der Schauspielerei muss er keine Angst haben. Bereits nach den Ferien wollen die Schüler mit den Proben für das nächste Stück beginnen, dieses Mal vielleicht auch mit männlicher Beteiligung? CEG