Thomas Matt

Kommentar

Thomas Matt

Erste Bilanz

Vorarlberg / 03.07.2019 • 09:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Diese Kolumne wendet sich nicht an die Schüler. Sie würden sie nicht lesen. Haben ein Schuljahr lang lesen müssen. Übermorgen plumpsen sie in diese wundervolle Leere der großen Ferien. Manche tüfteln noch an der Erklärung der originellen Wendungen im Jahreszeugnis. Halten ihre Eltern für ahnungslos. Oh, wie kann man sich täuschen!

Auch die Eltern dürfen weiterblättern. Schulende ist ohnedies hartes Brot. Da will gelobt und getadelt, ermuntert und aufgebaut werden. Manchmal klingt das wie Muttertag. Da wird alles in 24 Stunden nachgeholt, was das Jahr über vergessen worden ist.

Aber den jungen Lehrkräften sind die Zeilen gewidmet. Haben das erste Jahr hinter sich. Wissen jetzt wirklich, worauf sie sich eingelassen haben. Haben Engel erlebt und Bengel und Schlimmeres. Haben mit liebevollen Eltern Bekanntschaft geschlossen und mit den ehrgeizigen (hoffentlich unverletzt). Haben sich doch nicht von der Lethargie der gedanklichen Frühpensionisten anstecken lassen? Na, wie steht`s? Den richtigen Beruf gewählt? Wenn jetzt das „Ja“ laut und fröhlich über die Lippen perlt, dürfen sich Eltern, Schüler und Kollegen „von“ schreiben.