Die Bienen im Land brauchen die Hilfe aller

Vorarlberg / 19.07.2019 • 14:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vereint im Kampf gegen das Bienensterben: Landwirtschaft, Politik und natürlich die Imker, für die es jetzt einen Leitfaden für die Varroa-Behandlung gibt. VN/HÄMMERLE

Der Leitfaden für die Varroa-Behandlung ist ein weiterer Baustein zur Unterstützung der Hautflügler.

Wolfurt Die Bienen leiden. Rund 3000 Völker haben den vergangenen Winter nicht überlebt, es gibt derzeit nur noch 9000 in Vorarlberg insgesamt. Und auch das bisherige Jahr war durchwachsen. „Es hat zwar gut angefangen. Aber dann kam der total verregnete Mai, der ihnen sehr geschadet hat. Jetzt geht’s wieder halbwegs“, fasst Imkerverbandspräsident Egon Gmeiner (73) die aktuelle Situation der Bienen zusammen.

Problem Klimawandel

Jetzt präsentierten die Bienen-Verantwortlichen am Lehrbienenstand Wolfurt einen Leitfaden für die Varroa-Behandlung. Die Varroa-Milbe ist ein für Bienen oft todbringender Schädling und eine der größten Gefahren für den Bienenbestand europaweit. Mit dem Leitfaden für die Varroa-Behandlung erhalten die 1600 Imker mittels Broschüre wertvolle Anleitungen darüber, wie sie den Schädling durch eine Reihe von Maßnahmen bekämpfen können. „Ein weiterer Grund für das Bienensterben liegt natürlich auch in der Klimaveränderung. Die Bienen werden dadurch sehr geschwächt. Wir müssen sie wieder stärken. Dazu braucht es den Schulterschluss aller Beteiligten“, betont Gemeiner.

„Einer der Gründe für das Bienensterben ist natürlich der Klimawandel.“

Egon Gmeiner, Präsident des Imkerverbandes Vorarlberg

Appell an Hausgartenbesitzer

Die Bienen sind die wichtigsten Bestäuber von Blütenpflanzen. 78 Prozent der Pflanzen sind auf die Bestäubung angewiesen. Vor allem die sehr sensiblen Wildbienen zählen zu Bestäubern. Agrarlandesrat Christian Gantner (38, ÖVP) nimmt alle in die Pflicht für den Schutz der Bienen. „Viele können da etwas tun, wenn man bedenkt, dass es bei uns 4000 Hektar Hausgärten gibt. Der Verzicht auf bienenschädliche Pflanzenschutzmittel sowie die grässlichen Mähroboter wären zwei Maßnahmen“, macht Gantner konkrete Vorschläge.

„Die Landwirtschaft und eine vitale Bienenpopulation sind untrennbar miteinander verbunden“, hält Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger (53) fest. Moosbrugger verweist in diesem Zusammenhang auf extensiv bewirtschaftete Flächen, die zwei Drittel der gesamten landwirtschaftlichen Flächen ausmachten und von großer Biodiversität geprägt seien. Der LK-Präsident fordert die Beibehaltung der derzeitigen Leistungsabgeltung zur Absicherung einer nachhaltigen Landwirtschaft, um die Lebensgrundlagen von Bienen und anderen Insekten zu gewährleisten.

Gute Frauenquote

Moosbrugger warnt vor einer weiteren Schrumpfung von landwirtschaftlich genutztem Boden. Er sieht das auch als Bedrohung für die Bienen. Diese liegen in der Gunst der Bevölkerung ganz vorn. Das zeigt unter anderem der große Zulauf zu den Imkerkursen. Aktuell sind 130 Personen in der Grundausbildung. 40 Prozent davon sind Frauen.