Kampf um mobilen Schlachthof geht weiter

Vorarlberg / 19.07.2019 • 18:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Martin Staudinger (l.), Benno Feldkircher und Rudi Längle sind überzeugt, dass Kälbertransporte gestoppt werden können.

Die aktuelle Regel ist nur ein Zwischenschritt, sagt Landesrat Gantner.

Hard Schnelle Lösungen gibt es selten. Benno Feldkircher kann ein Lied davon singen. Der Harder Imbissstand-Betreiber und Metzger kämpft seit vielen Jahren um die Erlaubnis, mit seinem mobilen Schlachthof arbeiten zu dürfen. Er ist überzeugt: Wenn der Metzger zum Tier kommt, entfallen Tiertransporte, die Tiere haben weniger Stress, womit das Tierwohl erhöht wird. Außerdem wäre es ein Beitrag dazu, dass weniger Kälber außerhalb des Landes geschlachtet werden, betont Feldkircher.

Der Begriff „Kälbertransporte“ ist längst zum Synonym für Kritik am landwirtschaftlichen System in Vorarlberg geworden. Milchwirtschaft, Fleischpreise, wenig Ackerflächen, Förderungen, der Druck des Handels: Das alles hat mit Kälbertransporten zu tun. SPÖ-Chef Martin Staudinger startet einen neuen Anlauf: „Wir wollen die Kälbertransporte abschaffen.“ Er hat Zahlen parat. Demnach wurden in Vorarlberg im Vorjahr 29.704 Kälber geboren, aber nur 7465 geschlachtet. 3135 Kälber wurden in andere Bundesländer und 2799 Kälber in EU-Staaten transportiert. Außerdem zeigen die Zahlen, dass von 832 vermarkteten Ländle-Rindern 372 in Vorarlberg geboren wurden. „Heuer hat es einen kurzen Aufschrei gegeben, aber die Transporte gehen unvermindert weiter“, ärgert sich Staudinger. Was also tun? Rudi Längle von der Vorarlberger Tierhilfe ist überzeugt: „Der Schlachthof in Dornbirn muss besser ausgelastet sein.“ Für die Zukunft favorisiert er den aktuellen Standort. Benno Feldkircher hingegen schlägt einen Neubau bei der Landwirtschaftsschule in Hohenems vor. Außerdem möchte er selber schlachten.

Seit Kurzem sind Schlachtboxen erlaubt. Das heißt, ein Tier wird vor Ort getötet, muss zur Weiterverarbeitung aber zu einem stationären Metzger gebracht werden. Für Benno Feldkircher ist das keine Option. Stationäre Metzger dürften ebenso kaum Interesse zeigen, glaubt er.

Auch der zuständige Landesrat Christian Gantner (ÖVP) ist mit der Situation nicht glücklich: „Die Boxen sind ein Zwischenschritt. Wir kämpfen weiterhin dafür, dass mobiles Schlachten erlaubt wird.“ Was den Standort eines Schlachthofs im Land betrifft, werde im Hintergrund bereits geplant. „Das wird das Land etwas kosten, ich hoffe aber auf einen kostendeckenden Betrieb. Es wird wohl einen Neubau in der Mitte des Rheintals geben“, erläutert Gantner. Feldkircher warnt bereits vor einem Fachkräftemangel in der Branche: „Überall fehlen bereits Metzger.“