Marcel Huber alias Malberg: vom Fliesenleger zum Chartstürmer

03.08.2019 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Malberg steht mit „Killer“ an der Chartspitze in der Schweiz und läuft schon in Vorarlberger Discos.

Marcel Huber hat es als Malberg an die Spitze der Schweizer Dance-Charts geschafft. Er ist Musiker, Dozent, Erfinder und Autor.

Mäder Kann sich noch jemand an Chello erinnern? Ein Mitzwanziger aus Mäder, der im Halbfinale einer ORF-Castingshow im Oktober 2011 gegen eine gewisse Conchita Wurst ausgeschieden ist? Chello heißt eigentlich Marcel Huber. Den Spitznamen hat er behalten, den Künstlernamen nicht mehr. Chello heißt heute Malberg und hat den Sprung an die Spitze der Schweizer Dance-Charts geschafft. Außerdem ist er: Fliesenleger, Musikdozent, Erfinder, Autor und erst 34 Jahre alt.

Manche Abschnitte seines Lebens fallen ihm erst während des VN-Gesprächs ein. „Ach ja, da habe ich eine Zeit lang Dachboxen für Autos lackiert“, oder „ach ja, ich habe auch eine kaufmännische Ausbildung gemacht“, oder „ach ja, ich war beim SCR Altach unter Vertrag.“ Moment, wie bitte? Mit 18 stand er im Regionalligakader der Rheindörfler, nach dem Bundesheer war allerdings kein Platz mehr. „Ich war so enttäuscht, dass ich die Fußballkarriere beendete.“ Der Rest in Kurzform: Am 14. Oktober geboren, aufgewachsen in Mäder, Sporthauptschule in Hohenems, Lehre als Fliesenleger, Fliesenverkauf. Schon früh mit Musik begonnen, Auftritte als Chello, 2011 bis ins Halbfinale der ORF-Show „Die große Chance“ gekommen. Irgendwann fragte er sich: Und jetzt?

Also verkaufte Marcel Huber seine Habseligkeiten, lieh sich Geld und startete ein neues Leben. Im Herbst 2013 begann er eine Ausbildung an der Rock Pop Jam Akademie Mittelhessen im deutschen Giessen. Sein Spezialgebiet: Gesang.

Marcel Huber noch als Chello an der Gitarre ...
Marcel Huber noch als Chello an der Gitarre …

Er machte auf sich aufmerksam. In Giessen fand er einen Förderer, später in Berlin ein Management. Dort entstand Malberg. „Der Künstler wird komplett designt. Wie er sich gibt, was er trägt, wie er singt. Wir waren eigentlich bereit.“ Doch kurz vor der ersten Veröffentlichung wird das Management an einen Konzern verkauft, alle Künstler freigestellt. „In dieser Zeit ist mir sehr viel durch den Kopf gegangen. Also habe ich ein Buch geschrieben.“ Entstanden ist ein Sachbuch über Gesang, Physiologie und Technik. Huber fährt fort: „Ich habe mich schon länger gefragt, weshalb es kein Trainingsgerät für die Zunge gibt.“ Also erfand er eines. Er pitchte seine Erfindung erfolgreich und wurde auf ein weiteres Anwendungsfeld aufmerksam. „Das Gerät könnte Schlaganfallpatienten helfen. Wenn das funktioniert, dann …“ Ja, dann wäre er einige Sorgen los. Erst kürzlich sei er wieder in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

... und als Malberg beim Fotoshooting.
… und als Malberg beim Fotoshooting.

Auch mit Malberg geht es aufwärts. Gemeinsam mit Roberto Bates steht er mit seinem Song „Killer“ seit fünf Wochen an der Spitze der Schweizer Dance-Charts. Der Künstler rätselt: „Keine Ahnung, wieso es in der Schweiz funktioniert und hier niemand etwas weiß.“ Dieser Umstand scheint sich nun zu ändern: „Meine Cousine hat mir erzählt, dass mein Lied in der Disko Vabrik gelaufen ist“, fährt er fort und grinst. „Das ist ziemlich cool.“

Wenn die Erfindung funktioniert, sich das Buch verkauft und seine Songs die Charts erobern, möchte er einen Gang zurückschalten, sagt er und blickt auf seine neue Kamera. „Fotografieren macht großen Spaß!“ Seine nächste Aufgabe hat er also schon gefunden.