Wolfgang Bartl engagiert sich ehrenamtlich in Nepal

Vorarlberg / 12.08.2019 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wolfgang Bartl liegt das Wohl der Kinder in Nepal sehr am Herzen. PRIVAT

Die Liebe zu den Bergen und den Menschen ließ den Nüziger vor zehn Jahren das Hilfsprojekt „Let the children walk“ aus der Taufe heben.

Nüziders Seine Leidenschaft für das Bergsteigen brachte Wolfgang Bartl im Laufe seines Lebens mehr und mehr in die Welt hinaus. Regionale Touren und Ausflüge in die Schweizer Bergwelt wurden bald von größeren Expeditionen abgelöst. Sein Weg führte ihn nach Russland, Südamerika und schließlich nach Nepal. „Dort bin ich dann hängengeblieben“, sagt der Nüziger. Jahr für Jahr zog es den begeisterten Bergsportler aufs Neue ins asiatische Hochgebirge. Inzwischen sind es aber nicht mehr die Berge, weswegen Bartl zweimal Jährlich gen Osten aufbricht.

Durch eine Bekannte lernte der Nüziger ein Kinderspital in der Nähe von Kathmandu kennen. Es war ein einschneidendes Erlebnis im Leben des Oberländers, der kurz entschlossen ein Hilfsprojekt zugunsten des Krankenhauses ins Leben rief. Wenig später lief das Projekt „Let the children walk“ tatsächlich an.

Hilfe zur Selbsthilfe

Bartls Engagement für Kinder in Nepal reicht inzwischen zehn Jahren zurück. Gemeinsam mit seinen sieben Mitstreitern hat der Nepal-Fan bereits einiges bewegt. So wurde gleich zu Beginn ein Kleinbus angeschafft, mit dem die jungen Patienten zum Spital gebracht werden können. Ein Klassenraum wurde eingerichtet, um den Kindern Abwechslung im grauen Krankenhausalltag zu bieten. Darüber hinaus wurden weitere infrastrukturelle Verbesserungen finanziert. „In einzelnen Härtefällen wird auch Familien unter die Arme gegriffen“, informiert Bartl. „Dabei legen wir immer großen Wert auf die Hilfe vor Ort“, sagt der ehrenamtliche Helfer. „Das Besondere an unserem Projekt ist, dass es nie zu einer Geldübergabe kommt. Wir unterstützen die Familien in kleinen Schritten und sind darum bemüht, Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten“, so Bartl. Das ist auch die Idee hinter der vor einigen Jahren eingerichteten Nähschule, in der junge Frauen ausgebildet werden.

Apropos Ausbildung. Auch zuhause zeichnet sich der gelernte Maschinenschlosser durch sein großes Engagement aus. Insbesondere in der Lehrlingsausbildung hat sich der 55-Jährige einen Namen gemacht. Nach seiner Ausbildung bei den ÖBB war er bis 1990 dort in der Lehrlingsausbildung tätig. Danach folgte der Schritt in die Selbstständigkeit. In seinem eigenen Betrieb legte Bartl, der 28 Jahre lang Vorsitzender der Meisterprüfung Vorarlberg war, ebenfalls großen Wert auf die Ausbildung Jugendlicher. Als sein Sohn Alexander vor sechs Jahren die Geschicke des Familienbetriebs übernahm, kehrte Wolfgang Bartl wieder zu seinen Wurzeln zurück und ist seither als Lehrlingsausbilder bei Rauch Fruchtsäfte in Nüziders aktiv. „Mit gefällt diese Tätigkeit sehr gut. Das soziale Miteinander ist mir sehr wichtig. Es bringt nicht nur die Jugendlichen weiter, sondern gibt auch mir persönlich sehr viel.“

Kraft für seine vielen Aufgaben holt sich Bartl, wie könnte es anders sein, in den Bergen. „Es ist für mich immer wieder ein besonderes Erlebnis, auf der Spitze eines Berges zu stehen. Es ist in gewisser Weise eine spirituelle Welt, die sich mir dort oben öffnet.“ Wolfgang Bartl wäre nicht er selbst, wenn er nicht auch hier sein Engagement einbringen würde. Vier Gipfelkreuze in Vorarlberg tragen die Handschrift des Meisterschlossers. Das jüngste davon ist das Karl-Lampert-Kreuz, das im Vorjahr auf dem Kreuzjoch am Golm errichtet wurde.