Leonie Kalb geht als Volontärin nach Afrika

15.08.2019 • 16:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
privat/AFP

Ab September geht die 18-jährige Wolfurterin für einen Freiwilligeneinsatz zehn Monate in den Kongo.

Wolfurt Bei Leonie Kalb steigt die Vorfreude, aber auch die Anspannung. Anfang September startet sie, wie hunderte andere junge Österreicherinnen und Österreicher, ihren Freiwilligendienst. Dass es einmal weit weg gehen würde, stand für die 18-Jährige, die dieses Jahr ihre Matura am Bundesgymnasium Gallus absolviert hat, schon früh fest: „Es ist ein lange gehegter Wunsch. Meine Schwester hat 2013 auch schon einen Einsatz in Äthiopien gehabt“, erläutert die Wolfurterin ihre Motivation. „Das hat mich damals schon voll begeistert.“

Je näher die Matura kam und die Zeit ins Land zog, reifte diese Idee. Kalb informierte sich über unterschiedliche Programme und entschied sich für die Abwicklung über „Volontariat bewegt“, eine Initiative von „Jugend Eine Welt“ und den Salesianern Don Boscos. Sie konnte zwar Präferenzen über ihren Wunscheinsatzort abgeben, wusste allerdings nicht, wo sie landet. Es wurde die Demokratische Republik Kongo. Weil sie sechs Jahre lang Französisch gelernt hat und der Kontinent auf sie seit jeher eine große Faszination ausgeübt hat, war die Wolfurterin mit dem Einsatzort zufrieden. „Zuerst waren alle möglichen Gefühle da. Ich habe noch nicht viel über den Kongo gehört, deswegen habe ich mich zuerst darüber informiert“, erzählt Kalb.

Mittlerweile würde die Vorfreude von Tag zu Tag steigen, auch weil sie sich auf das Abenteuer Afrika gut vorbereitet fühlt. „Ich hatte in einem Vorbereitungskurs in Wien die Möglichkeit, andere Teilnehmer kennenzulernen.“ Die zehn Monate im Kongo wird Leonie Kalb mit einer Volontärin aus Kärnten verbringen. „Dann können wir uns auch in unserer Muttersprache austauschen. In den Kursen lernte man außerdem praktische Dinge, wie etwa mit Rückschlägen umgegangen wird, zudem erhält man pädagogische Tipps.“ In den zehn Monaten wird die 18-Jährige nämlich im Don Bosco-Zentrum der Salesianer arbeiten, wo Straßenkinder unterkommen. Dort wird die junge Frau unter anderem bei Lehrtätigkeiten behilflich sowie in der Schulbibliothek tätig sein.

Neue Perspektiven gewinnen

Leonie Kalb will mit ihrem Einsatz ein Zeichen setzen: „Dafür, dass ich die globale Ungerechtigkeit nicht gutheiße.“ Momentan steigt die Nervosität mit jedem Tag. Aktuell arbeitet sie als Ferialpraktikantin, nebenbei plant sie ihre große Reise, kümmert sich zum Beispiel um Impfungen, die sie benötigt. „Ich freue mich darauf, für mich persönlich viel zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und neue Perspektiven zu gewinnen, aber auch die jungen Menschen vor Ort zu begleiten.“ Langfristig hat sich die Wolfurterin zum Ziel gesetzt, eine Verbindung zwischen dem Kongo und ihrer Heimat herzustellen. „Wenn ich wieder zurück bin, möchte ich den Menschen hier in Vorarlberg und in Österreich die dortige Lebensrealität näherbringen.“ Davon, dass ein Freiwilligeneinsatz die Volontäre für lange Zeit prägt, konnte sich Kalb bei ihren Vorgängern, die sie im Vorbereitungskurs kennengerlernt hat, überzeugen.