„Rhesi muss Thema im Wahlkampf werden“

Vorarlberg / 17.08.2019 • 13:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Norbert Bolter (mit gelber Warnweste) zeigt den Teilnehmern der Radexkursion im Bereich der Ehbachbrücke, was hier im Rhesi-Projekt vorgesehen ist und was sein Verein RheSiNat für alternative Vorschläge hätte. VN/SCHWEIGKOFLER

Radexkursionen der Gegner der Koblacher Dammabrückung.

Gernot Schweigkofler

Koblach Der Verein RheSiNat Koblach gibt seinen Kampf gegen die Dammabrückungen im Bereich Koblach und Meiningen im Rahmen des Rhesi-Hochwasserschutzprojekts nicht auf. Seit Donnerstag und bis heute Samstag (16 Uhr) führen die Kritiker mit Interessierten stündlich Radexkursionen durch, bei denen sie ihre Kritikpunkte vor Ort darlegen und ihren eigenen Gegenvorschlag erklären. „Wir sind nicht gegen den Hochwasserschutz“, erklärt Norbert Bolter von RheSiNat beim VN-Ortsaugenschein. „Und wir sind auch nicht gegen ökologische Maßnahmen“, aber die Dimension der geplanten Dammabrückung ist für sie viel zu groß.

Jeweils zur vollen Stunde radeln die Kritiker vom Klubheim der Schützenunion Koblach den Rheindamm entlang und machen mit den Interessierten an verschiedenen Stationen halt. Im Bereich der heutigen Ehbach-Einmündung erklärt Bolter beispielsweise, dass hier mit einem Ehbach-Verschluss und einem Pumpwerk sowie einer natürlicheren Einmündung viel erreicht werden könne. Damit bliebe auch die Grundwasserversorgung Koblachs gesichert, das ist für Bolter im aktuellen Projekt nicht gewährleistet.

„Steinwüste“ am Rhein

Auch kleinere Ausweitungen seien möglich, dass der Damm aber so weit hinausverlagert werden solle, das wird scharf kritisiert. „20.000 Lkw-Fahrten werden jährlich anfallen, wenn der im Bereich der Koblacher Ausweitung angelandete Schlick aus dem Rhein entfernt werden muss“, warnt Bolter. Zudem würden 20 Hektar Auwald dem Projekt zum Opfer fallen. „Andernorts verlangt man, dass Flachdächer und Parkplätze begrünt werden, hier holzt man ab und schafft bei Niedrigwasser des Rheins eine Steinwüste“, poltert Bolter. Und das obwohl hier bereits genügend Wasser den Rhein durchfließen könnte. Der Gegenvorschlag des Vereins würde nur 15 Hektar an Fläche kosten, zudem sei er um „mindestens 288 Millionen Euro“ billiger.

Die Visualisierungen der Internationalen Rheinregulierung (IRR) „sind schön gezeichnet“, meint Bolter, er bezweifelt aber, ob sie der Praxis standhalten würden. Die Teilnehmer der Exkursion scheinen überzeugt. „Das ist ein Wahnsinn“ und Ähnliches ist zu hören. Bolter appelliert an sie, sich zu wehren. „Rhesi muss Thema im Wahlkampf werden“, hofft er, dass sich im Rahmen der Landtagswahlen der politische Rückenwind für das Projekt noch drehen kann.