Am Bodensee hat es sich vorerst ausgeslippt

Vorarlberg / 10.09.2019 • 05:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wer keinen Liegeplatz hat, muss sein Boot ins Wasser bekommen. Über Slipanlagen ist das nur für Trocken- oder Wasserliegeplatzbesitzer erlaubt.

Nur Liegeplatzbesitzer dürfen ihre Boote per Rampe wassern.

Bregenz Wer sich ein Boot kauft, braucht Zugang zu einem See (oder Meer). Rund 5700 Freizeitboote sind in Vorarlberg zugelassen, 1500 von ihnen haben keinen eigenen Wasserliegeplatz. Sie müssen anders in den See kommen. Das funktioniert entweder über einen Kran in Seenähe oder mit einer Slipanlage. So war es zumindest in der Vergangenheit. Seit diesem Sommer dürfen Bootsbesitzer ohne Liegeplatz ihr Wassergefährt nicht mehr slippen. Sie müssen ins Ausland ausweichen oder einen Kran benutzen. Doch das kostet Geld und fällt am Wochenende flach.

Als Slipanlage wird eine Rampe ins Wasser bezeichnet, zehn Stück gibt es derzeit im Land. Manche befinden sich in Naturschutzgebieten, andere bei Trockenliegeplätzen. Nur Inhaber von Liegeplätzen dürfen ihre Boote dort zu Wasser lassen, slippen genannt. Richtig hingesehen wurde bisher nicht. Heuer änderte sich das. „Die BH Bregenz wurde durch ein Gespräch mit einem Hafenmeister und Bootseigner darauf aufmerksam gemacht, dass die Auflage nicht eingehalten wird, und ist daraufhin tätig geworden“, erklärt Rainer Honsig-Erlenburg von der Bezirkshauptmannschaft.

Bootsbesitzer ohne Liegeplatz müssen nun einen der vier Kräne bei Werften verwenden. Sie sind am Wochenende und nach 17 Uhr meistens geschlossen, zudem kostet einmal Wassern und rausholen 80 Euro. Kürzlich erreichte ein Leserbrief die VN-Redaktion. „Das ist viel zu teuer für einen Angeltag. Es ist schon traurig, wie man mit Kleinbootbesitzern umgeht“, ärgerte sich der Schreiber. Einige Betroffene wollen sich nicht damit abfinden. Denn dazu komme die Gebühr für einen Gastliegeplatz übers Wochenende, wenn die Kräne nicht in Betrieb sind. Die Bootsbesitzer haben sich deshalb zusammengeschlossen, derzeit befinden sie sich in Gesprächen mit den Bodenseegemeinden und der BH. Sie hoffen auf eine Lösung.

Honsig-Erlenburg von der BH erläutert: „Der beschränkte Zugang zu den Slipanlagen am Vorarlberger Seeufer, insbesondere in den Naturschutzgebieten, ist seit Jahrzehnten aufrecht. Bis vor einigen Jahren wurden nur wenige Boote, und dann nur kleine, geslippt.“ Die Zahl der Wasserliegeplätze im Land sei konstant, jedoch habe sich der Trend verstärkt, immer größere Boote zu slippen. Kleinere Boote könnten sowieso manuell gewassert werden.

Zumindest in diesem Sommer war also Handarbeit gefragt.