Eine runde Sache: Virtueller Rundgang durch die Wälderhalle

Vorarlberg / 13.09.2019 • 05:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Rund statt eckig: Der Baustart soll im Frühling 2020 erfolgen.

Im kommenden Frühling soll der Spatenstich für das Zehn-Millionen-Euro-Projekt erfolgen.

Andelsbuch Es hätte wohl kaum mehr einen gewundert, wenn auch dieses Projekt gescheitert wäre. Seit 22 Jahren wird im Bregenzerwald nach einem Standort für eine Eishalle gesucht. Insgesamt waren neun Varianten in sechs Gemeinden im Spiel. Ein erster wirklicher Erfolg zeichnete sich erst im Juni 2016 ab. Damals stimmte die Regio-Vollversammlung einstimmig für das Projekt Wälderhalle, verbunden mit einer Ausgehmöglichkeit für die Jugend. „Wenn einmal ein Beschluss in der Regio gefasst wurde, dann wurde er auch umgesetzt“, frohlockte der nunmehrige Wirtschaftskammerpräsident Hans-Peter Metzler bei der Pressekonferenz vor über drei Jahren. 

Mittlerweile befindet sich der EC Bregenzerwald auf der Zielgeraden eines langen Marathons: Am Donnerstag wurde im Werkraumhaus in Andelsbuch der offizielle Startschuss für die Eishalle mit Diskothek gegeben. „Der einstimmige Regio-Beschluss hat bei uns den Turbo gezündet, wo wir gesagt haben, jetzt erst recht“, blickt der Sprecher der Investorengruppe, Hans Metzler (Firma Mevo), zurück. Wie bereits in der Donnerstagsausgabe der VN angekündigt, wird die Wälderhalle rund statt eckig, rund wie ein Puck. Die Idee dazu lieferte Holzbaupionier Leopold Kaufmann. Ein Vorteil dieser Form: Längs in der Mitte der Spielfläche entsteht am meisten Tiefe, an den Stirnseiten gibt es keine toten Nutzungsecken, erläutert Architekt Klaus Metzler. Das Dach ist lichtdurchlässig. Die Spielfläche hat nordamerikanisches Format. „Der internationale Eishockeyverband wird den Europäern empfehlen, dieses Format einzuführen“, führt der Architekt aus. Im ersten Geschoß befindet sich die knapp 300 Quadratmeter große Diskothek. Ein Stock weiter oben das Restaurant mit 95 Sitzplätzen. Die Gespräche mit etwaigen Betreibern seien am Laufen. Außerdem werden derzeit die Möglichkeiten für ein Tagesbistro ausgelotet. „Wir möchten das Niveau der Halle auch gastronomisch abbilden“, sagt Hans-Peter Metzer, der für das Event- und Gastronomiekonzept der Wälderhalle verantwortlich ist.

Parken auf der Abfalldeponie

Gebaut wird das „Sporttheater“ am südlichen Ortsende von Andelsbuch zwischen der Firma Mevo und dem Abfallwirtschaftszentrum Ennemoser/Helka im Ortsteil Sporenegg. Um die Halle und auf dem Mevo-Betriebsgebiet sind rund 250 Parkplätze vorgesehen. 200 weitere sollen in spätestens zehn Jahren auf der ehemaligen Abfalldeponie errichtet werden. „Derzeit gibt es dort noch Gasaustritt“, ergänzt Klaus Metzler. Vorerst soll bei größeren Events ein Shuttleservice eingerichtet werden. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf zehn Millionen Euro. 5,5 Millionen kommen von privaten Investoren und Sponsoren. 0,5 Millionen steuert die Regio Bregenzerwald bei. Das Land fördert den sportlichen Teil des Projekts mit vier Millionen Euro. Laut Metzler gibt es derzeit sechs aktive Investoren. „Wir sind auch noch im Gespräch mit zwei, drei Persönlichkeiten, die wir versuchen, als Investoren zu gewinnen. Nicht nur wegen dem Geld, sondern auch wegen ihrer Netzwerke“, führt der Sprecher aus.

Der Baustart ist im Frühjahr 2020 geplant, die Fertigstellung soll ein Jahr später erfolgen. Regio-Obmann Guido Flatz spricht von einen Vorzeigeprojekt. „Ich hoffe, dass das Modell der privat-öffentlichen Partnerschaft Nachahmer findet.“

Daten, Zahlen, Fakten

Durchmesser 68,15 Meter

Höhe zur Oberkante der Attika 15,8 m

Spannweite 62,5 m

Volumen 58.000 m³

Nutzfläche, davon ca. 1/4 Spielfläche 6700 m²

Bebaute Fläche 3900 m²

Spielfläche 26 x 60 m

1800 Zuschauer auf zwei  Sitztribünen und Stehplätzen an den Stirnseiten und Lounges  

Nutzfläche der Diskothek exklusive Nebenflächen 300m²

Sitzplätze im Restaurant 95 

1 multifunktionaler Mehrzweckraum für Versammlungen, Schulungen, Veranstaltungen

10 Umkleiden mit entsprechender Sportinfrastruktur (Kraftraum, Regeneration, …)