Militär probte möglichen Kriseneinsatz in Bosnien

Vorarlberg / 12.09.2019 • 17:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Spektakulär: Ein Räumpanzer durchbricht beim Vorstoß aufgestellte Hindernisse. VN/LERCH

Vorarlberger Berufssoldaten des Jägerbataillons 23 stehen ab Oktober für Einsatz auf dem Balkan in Bereitschaft.

Feldkirch Es kracht, raucht und knallt auf dem Gelände des Feldkircher Katastrophenzentrums. „Eins, zwei, drei, vier, EUFOR verschwindet hier!“ Das Gebrüll von Demonstranten wird übertönt von militärischen Befehlen aus Lautsprechern. Es ist ein Szenario, wie es im Krisengebiet Bosnien und Herzegowina möglich werden könnte und auf das sich Vorarlberger und Tiroler Berufssoldaten des Jägerbataillons 23 beim Feldkircher Katastrophenzentrum vorbereitet haben. Das Ganze mit viel Getöse, einem sogenannten Räumpanzer und weiteren Soldaten, die wütende Demonstranten darstellten.

„Sturmangriff“ der Soldaten mit Schilderwall auf wütende Demonstranten. VN/GS

Bei der Übung erhielt die Kompanie den Auftrag, Verbindungsteams, sogenannte LOT (Leason and Observation Teams), die in bosnischen Ortschaften festsitzen, zu evakuieren. Dabei eskalierte die Sicherheitssituation zunehmend. Gewalttätige Demonstranten versuchten auch mit Brandwurfkörpern, die Soldaten an ihrer Aufgabe zu hindern. Unter diesen Bedingungen musste die Kompanie mit Hilfe des Räumpanzers Hindernisse aus dem Weg räumen. Die Militärpolizei setzte sich als Greiftrupp ins Szene, um schutzlose Personen aus dem zum Teil in Brand gesetzten Haus zu bergen und aus dem Gefahrenbereich zu bringen.

Für ein Jahr in Bereitschaft

Ab dem kommenden Oktober steht die Kaderpräsenzeinheit des Hochgebirgs-Jägerbataillons aus Bludesch für die Dauer eines Jahres als Reserve bereit, um im Bedarfsfall die bereits im Einsatzraum stehenden Truppen von EUFOR (European Forces) zu unterstützen. Zu den möglichen Einsatzszenarien zählen die Evakuierung von militärischem und zivilem Personal, die Aufrechterhaltung und Herstellung von Ordnung und Sicherheit bei Demonstrationen und die Sicherung von wichtigen Gebäuden und Einrichtungen. Oberstleutnant Alexander Pehr zu den VN: „Wenn der Befehl kommt, als Reserve ins Einsatzgebiet einzurücken, sitzen wir sofort im Flieger.“

Wurfgeschosse prallten auf die Schilder der Soldaten.
Wurfgeschosse prallten auf die Schilder der Soldaten.