„Bauland ist eben zum Bauen da“

Vorarlberg / 16.09.2019 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Tomaselli warnt: “ Bei den E-Mountainbikes müssen wir zum Beispiel aufpassen. Nichts soll überhandnehmen.“ VN/STEURER

Nina Tomaselli antwortete den Fragen der VN-Leser.

Schwarzach Nina Tomaselli möchte ihren politischen Lebensmittelpunkt von Vorarlberg nach Wien verlagern. Die Landtagsabgeordnete tritt für die Grünen bei der Nationalratswahl am 29. September als Vorarlberger Spitzenkandidatin an. Dafür müssen die Grünen das Grundmandat erreichen, also rund 12,5 Prozent. Erreichen möchte sie das mit ihrem Lieblingsthema, dem Kampf für leistbaren Wohnraum. Regelmäßig hält sie Pressekonferenzen ab, kürzlich warnte sie wieder vor dem Bodenfraß, wie sie es nennt. Kein Wunder, dass VN-Leser dazu Fragen an Tomaselli stellten.

Der Besitzer eines Baugrundstücks lässt sein Land derzeit von einem Bauern bewirtschaften, zudem stünden Bäume darauf, schreibt er per Mail. Müsste er eine Abgabe zahlen, würde er sein Grundstück verkaufen. Die Bäume müssten deshalb einem Bauprojekt weichen. „Das kann in Zeiten der Klimakatastrophe doch nicht Ziel der Grünen sein?“ Tomaselli entgegnet: „Wir möchten in der Legislaturperiode die Bekämpfung des Bodenfraßes ganz oben auf die politische Agenda setzen.“ Wenn das Grundstück nicht allzu groß ist, wäre es sowieso nicht von den grünen Plänen betroffen. „Es geht vor allem um die großen Horter“, betont Tomaselli. Man habe irgendwann entschieden, dass dieses Grundstück Bauland ist. „Und Bauland ist zum Bauen da.“ Vorarlberg verfüge über ein Drittel Baulandüberhang. „Wir können im Rheintal damit 170.000 Menschen und 70.000 Arbeitsplätze unterbringen.“

Erweiterung in Ludesch

Einer Antwort auf eine Frage zur Betriebserweiterung in Ludesch schickt sie voraus: „Es freut uns immer, wenn jemand in den Standort Vorarlberg investiert.“ Dabei müssten jedoch drei Punkte beachtet werden: Nutzen, was da ist, vermeidbare Widmungen vermeiden und unvermeidbare minimieren. „Nichts davon ist in Ludesch bisher erfolgt“, kritisiert sie.

 Teil 1/6 mit Nina Tomaselli: Sie antwortete auf Whatsapp direkt. VN/Steurer
Teil 1/6 mit Nina Tomaselli: Sie antwortete auf Whatsapp direkt. VN/Steurer

Im Umgang mit der Natur müsse immer die Waage gehalten werden; das gelte auch für Berge und wie sie genutzt werden. „Damit alle etwas davon haben“, ist Tomaselli überzeugt. „Bei den E-Mountainbikes müssen wir zum Beispiel aufpassen. Nichts soll überhandnehmen.“

Landesgrünzone in Verfassung?

Ein Leser möchte wissen: Soll die Landesgrünzone in die Verfassung aufgenommen werden? Tomaselli antwortet: „Der Schutz der Landesrünzone ist bereits verankert, weil der Schutz von Umwelt und Natur festgeschrieben ist. Das sollten halt auch alle auch ernst nehmen.“ Soll Pyrotechnik verboten werden? Antwort: „Es ist eigentlich schon verboten, wenn es nicht ausdrücklich genehmigt ist. Ich habe nichts dagegen, wenn man einmal im Jahr mit Feuerwerk feiert oder ein Feuerwerk das Seefest begleitet. Es sollten aber nicht so viele sein, das ist ein Ärgernis.“ Auf Whatsapp wollte ein VN-Leser wissen, woher Tomaselli die Energie nehme, gegen die Relativierer der Klimakrise zu argumentieren. Sie sei Optimistin, antwortete sie. „Die Klimakrise ist keine entfernte Bedrohung mehr. Sie ist real und trifft uns alle.“

Haben auch Sie noch Fragen an Reinhold Einwallner oder Martina Ess? Schreiben Sie uns: per Mail an nationalratswahl@vn.at oder Whatsapp an 0676 88005 533.