Technische Planungen für die S 18 laufen

Vorarlberg / 20.09.2019 • 21:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die ausgedehnten Bodenerkundungen im Ried sind abgeschlossen. Jetzt wird analysiert. VN/Steurer
Die ausgedehnten Bodenerkundungen im Ried sind abgeschlossen. Jetzt wird analysiert. VN/Steurer

Asfinag-Projektleiter Günter Fritz spricht von einer Trassenentscheidung gegen Ende kommenden Jahres.

BREGENZ Genau acht Jahre ist es nun her, dass der Schlussbericht des Planungsprozesses „Mobil im Rheintal“ präsentiert wurde. Das Herzstück der Planung ist eine Entlastungsstraße zwischen der österreichischen und der Schweizer Autobahn. Um dieses Vorhaben, das fast eine Milliarde Euro kosten soll, ist es seit Monaten still geworden. Dabei laufen die vorbereitenden Maßnahmen für ein taugliches Einreichprojekt laut Auskunft der Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (Asfinag) auf Hochtouren.

180 Bohrungen

Das vorgesehene Baugebiet im Ried des nördlichen Rheintals wurde in den letzten Monaten durch Baugrunderkundungen auf den Kopf gestellt. „Wir haben auf 9000 Laufmetern 180 Bohrungen durchgeführt und Bohrkerne entnommen“, liefert Projektleiter Günter Fritz (49) einen Tätigkeitsbeleg. Das Material werde derzeit von einem Fachlabor untersucht. Was dabei herausgefunden werden soll? „Da geht es um Dinge wie die Korngrößenverteilung des Materials. Es geht um den Wassergehalt und den Anteil der organischen Stoffe. All diese Informationen liefern uns Rückschlüsse über die Beschaffenheit des Bodens. Daraus ergeben sich wichtige Grundlagen für mögliche Baumethoden und Baugrundsicherungen“, erklärt Fritz.

Z-Variante, CP-Variante

Der Asfinag-Mitarbeiter betont, dass parallel zu den Auswertungen der Baugrunduntersuchungen die technischen Planungen für beide Varianten auf Hochtouren laufen.

Zur Diskussion für eine Entlastungsstraße stehen die sogenannte CP-Variante und die Z-Variante. Die 8,5 Kilometer lange CP-Variante sieht einen Trassenverlauf vom Absprungpunkt Dornbirn Süd über eine Ostumfahrung Lustenaus bis zum Schweizer Ried mit Übergang in die Schweiz zum Knoten St. Margrethen vor. Die nach dem konsens­orientierten Planungsverfahren favorisierte 7,5 Kilometer lange Z-Variante ginge vom Autobahnanschluss Dornbirn Nord durchs Ried mit dem selben Schlussabschnitt ab dem Schweizer Ried.

15 Millionen Euro investiert

Die Trassenentscheidung wird laut Auskunft der Asfinag erst in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres fallen. Unabhängig davon sollen durch die technische Planung bereits wichtige Fragen beurteilt werden können. Es geht dabei um die Tiefe der verschiedenen Untergrundabschnitte oder auch um die genauen Anschlusspunkte. „Auch die Schweizer planen im Bereich des vorgesehenen Zollamts auf ihrem Gebiet“, berichtet Fritz und verweist in diesem Zusammenhang auf derzeit stattfindende Abstimmungsgespräche nicht nur mit den Schweizer Straßenplanern, sondern auch mit der Rhesi-Projektleitung. „Wir müssen uns mit allen abstimmen“, so Fritz.

Bisher wurden 15 Millionen Euro für Aufträge im Rahmen des Vorprojekts ausgegeben, rund 1000 Grundstücksbesitzer müssen irgendwann entschädigt werden.

„Wir führen Gespräche mit den Schweizern und Rhesi-Verantwort­lichen.“

Zwei Varianten der s18

CP-Variante Ostumfahrung Lustenau: 8,6 Kilometer Länge

Z-Variante: Durchs Ried, 7,5 Kilometer Länge

Variantenentscheidung: 2020

Kosten für Entlastungsstraße 900 Millionen Euro

Frühestmöglicher Baubeginn 2025

Betreiber Asfinag