Markus Schadenbauer: „Man ist wieder stolz, Hohenemser zu sein“

Vorarlberg / 28.09.2019 • 15:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Führungen in der Villa Rosenthal sind bereist ausgebucht.

Projektentwickler Markus Schadenbauer hat im Zentrum von Hohenems einiges bewegt.

Tanja Schwendinger

Hohenems Am Tag des Denkmals wird am Sonntag bundesweit ein spannender Blick hinter die Kulissen von denkmalgeschützten Objekten gewährt. Auch in Vorarlberg öffnen Dutzende historische Häuser ihre Pforten und geben Einblicke in aktuelle Restaurierungsarbeiten. Wie viel Potenzial in alten Gemäuern stecken kann, hat Markus Schadenbauer von der Schadenbauer Projekt- und Quartierentwicklungs-GmbH eindrucksvoll bewiesen. Der 45-Jährige war maßgeblich dafür verantwortlich, dass dem Zentrum in den vergangenen Jahren neues Leben eingehaucht wurde. „Die Geschichte von Hohenems hat ein Alleinstellungsmerkmal. Die gräfliche Geschichte in Kombination mit christlicher und jüdischer Gemeinde macht Hohenems für mich so besonders“, sagt Schadenbauer, der seit 2004 in der Hohenemser Projektentwicklung tätig ist und 2018 in die Selbstständigkeit ging.

"Man ist wieder stolz, Hohenemser zu sein", sagt Markus Schadenbauer.
„Man ist wieder stolz, Hohenemser zu sein“, sagt Markus Schadenbauer.

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche teils verfallene Gebäude im Zentrum der Nibelungenstadt auf Vordermann gebracht: In die Häuser zogen unter anderem ein Bioladen, eine Goldschmiedewerkstatt, ein Blumenladen und eine Hutmacherin. In der Schlossbergstraße ist außerdem ein Studentenheim entstanden, in dem heute 40 Studenten aus 20 Nationen leben. „Damit haben wir die Multikulturalität in der Stadt gefördert“, zeigt sich der Vater von drei Söhnen stolz. Aktuell ist das denkmalgeschützte Haus in der Marktstraße 20 im Bau, die Marktstraße 14 soll als Nächstes angegangen werden. Parallel entsteht ein Ärztezentrum im Herzen der Stadt. Durch die Zentrumsbelebung sei für die Hohenemser ein Selbstbewusstsein entstanden: „Man ist wieder stolz, Hohenemser zu sein.“

Herzensprojekt

Aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist auch die im späten 19. Jahrhundert erbaute und am Zentrumseingang gelegene Villa Rosenthal, die am Tag des Denkmals besichtigt werden kann. Künftig soll dort das Literaturhaus Vorarlberg sesshaft werden. Nicht nur die Villa, sondern auch das umliegende Areal wird wiederbelebt und schon bald der Öffentlichkeit präsentiert. Das Interesse der Bevölkerung, einen Blick hinter die historischen Mauern zu werfen, ist sehr groß, freut sich Schadenbauer: „Die beiden Führungen in der Villa waren sofort ausgebucht.“

Ein weiteres Herzensprojekt des Projektentwicklers, der seine Freizeit gerne in den Bergen verbringt, ist das Kulturfest Emsiana, das er vor elf Jahren initiiert hat. „Mir ist es wichtig, die Reichhaltigkeit der Hohenemser Geschichte aufzuzeigen und das historische Erbe unserer Stadt wieder lebendig zu machen.“

Der Tag des Denkmals findet am 29. September in ganz Vorarlberg bei freiem Eintritt statt. Programm unter tagdesdenkmals.at

Markus Schadenbauer

Projektentwickler

Geboren: 8. September 1974

Wohnort: Hohenems

Laufbahn: Studium Wirtschaftsingenieurwesen in Wien, Unternehmensberater, seit 2004 in Hohenems in der Projektentwicklung tätig, seit 2018 selbstständig, Emsiana-Leiter

Hobbys: Berge, Kulturveranstaltungen