„Weiß der Geier – Was die Tiere uns bedeuten“ in der inatura

Vorarlberg / 01.10.2019 • 20:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Höhlenlöwe wurde rekonstruiert. Als Vorlage dienten Zeichnungen, die in Höhlen gefunden wurden. VN/SAMS

Neue inatura-Sonderschau porträtiert die Beziehung zwischen Mensch und Tier.

Dornbirn Mythen, Märchen, Marketing. Der Mensch hat seit jeher Tiere gefürchtet und verehrt, gejagt, gezüchtet, geliebt und gegessen. Den Tieren wurden menschliche Eigenschaften angedichtet und manchem Menschen wurde tierische Attribute zuerkannt. Diese Beziehung zwischen Mensch und Tier über den Lauf der Geschichte hinweg steht in der neuen inatura-Sonderschau „Weiß der Geier – Was die Tiere uns bedeuten“ im Mittelpunkt. Sie löst damit die Sonderausstellung „Wir essen die Welt ab“, die knapp 115.000 Besucher gesehen haben, wie inatura Geschäftsführer Peter Schmid erklärt. 2019 haben schon 100.000 Menschen die Dornbirner Naturschau besucht. Der Geschäftsführer sieht sich auf dem eingeschlagenen Weg, gesellschaftlich relevante Themen in den Sonderausstellungen aufzugreifen, bestätigt.

Von göttlich bis mystisch

„Wir wollen mit der neuen Ausstellung niederschwellig diese besondere Beziehung vermitteln. Dazu haben wir verschiedene Zeitalter exemplarisch mit den beiden Sammlungsfotografen Volker Weinhold und Sebastian Köpcke beleuchtet“, schildert Museumsdirektorin Ruth Swoboda. So haben die Fotografen beispielsweise aus einem Lamm und einem Wolf aus der inatura-Sammlung eine Bildkomposition geschaffen, bei der gerätselt werden kann, ob es der Wolf im Schafspelz oder doch eher umgekehrt ist. Die Ausstellung gibt an einer Hörstation preis, wer der erste dokumentierte Tierschützer der Geschichte ist. Schautafeln zeigen auf, dass Tiere damals in Ägypten als göttliche Gestalten Einzug hielten. Mächtige Herrscher hatten Wappen, auf denen Adler, Bären oder Löwen abgebildet waren. Die Religionen verliehen den Tieren eine mystische Rolle, in vielen Volksmärchen wie „Der Froschkönig“, „Der gestiefelte Kater“ oder „Der Wolf und die sieben Geißlein“ spielen sie die Hauptrolle.

Kritischer Blick auf das aktuelle Tierbild

Die neue Ausstellung zeigt aber auch auf, dass sich die Beziehung Mensch-Tier in der Industriegesellschaft gewandelt hat. Tiere sind ein Teil der Popkultur und oftmals Werbeträger für nahezu jede Art von Produkt geworden. „Tom und Jerry“, „Flipper“, „Biene Maja“ oder Mickey Mouse“ haben sich als tierische Helden in TV-Serien etabliert. Der Affe ist bei Fru Kola der tierische Verführer oder bei Milka Schokolade ist es die Kuh. Seitdem Tiere effizient produzierte Handelswaren sind, zahlen alle den Preis dafür. Wie kann man in der Ausstellung nachlesen: „Im Kreislauf der Natur ist der Mensch entbehrlich. Die Biene ist es nicht.“