Koblach tritt verkehrstechnisch auf die Bremse

Vorarlberg / 22.11.2019 • 13:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Bevölkerung konnte Feedback zu den Maßnahmen abgeben. EGLE

Maßnahmen aus Straßen- und Wegekonzept bei Workshop präsentiert.

Koblach Die Kummenberggemeinde Koblach kämpft wie so manch andere auch gegen den zunehmenden Verkehr im Ortsgebiet. Als besonderes Sorgenkind gilt dabei die Achse Rheinmahd/Dürne – eine kleine, enge Gemeindestraße, die gerne von Grenzgängern genutzt wird, da sie eine direkte Verbindung zwischen L 55 und L 190 darstellt. Laut aktuell durchgeführten Verkehrszählungen passieren täglich mehr als 4500 Fahrzeuge die Verbindung. Zahlen, die eher an eine übergeordnete Landesstraße erinnern – und wofür die dicht besiedelte Straße nie ausgelegt war. Aber auch an der L 59, die durch das Ortszentrum führt, stöhnen die Anwohner über die Blechlawine – hier zählt man bis zu 5500 Fahrzeuge am Tag.

Kompromisse der Anrainer

Seitens der Gemeinde lud man die Bevölkerung bereits im November des Vorjahres zu einem Workshop, um die größten Anliegen zu sammeln und etwaige Lösungsvorschläge zu filtern. In einem zweiten Teil wurden nun vergangene Woche nicht nur die Ergebnisse präsentiert, sondern auch schon erste konkrete Umsetzungsmaßnahmen von Alexander Kuhn vom begleitenden Verkehrsingenieurbüro Besch und Partner dargelegt. Dem Problem Rheinmahd/Dürne will man mit temporären Einfahrtssperren begegnen. Jeweils morgens (Richtung Grenze) und abends (von der Grenze kommend) soll die Zufahrt für einen noch zu definierenden Zeitraum verboten sein. Dies gilt dann sowohl für den Durchzugsverkehr als auch für die Anrainer. Im Sinne der allgemeinen Verkehrsberuhigung gilt es also auch für die Anwohner Kompromisse einzugehen.

Alexander Kuhn (Besch und Partner Verkehrsingenieure), Bürgermeister Gerd Hölzl, Moderator Mathias Mathis und Hannes Oberhauser (Leiter Bauamt).
Alexander Kuhn (Besch und Partner Verkehrsingenieure), Bürgermeister Gerd Hölzl, Moderator Mathias Mathis und Hannes Oberhauser (Leiter Bauamt).

Weitere große Punkte im Konzept sind ein allgemeines Tempo 30 auf allen Gemeindestraßen, der Bau von neuen Radachsen im Dorf und der Ausbau von gemeindeübergreifenden Radrouten. Koblach sucht dabei auch den Kontakt zum Land Vorarlberg, so wünscht man sich etwa die Einführung von Tempo 40 auf der L 59 im Dorfzentrum und die Errichtung von sogenannten Einfahrtstoren auf den Landesstraßen, die durch die Gemeinde führen. Bürgermeister Gerd Hölzl, der sich beim Workshop nochmals Feedback von der Bevölkerung abholte, wird diesbezüglich mit der neuen Landesregierung in Gespräche eintreten.

Begegnungszone angedacht

Alle Maßnahmen sollen kurzfristig umgesetzt werden, in Koblach hat man aber auch langfristige Visionen. Abhängig von der weiteren Entwicklung des Ortskerns verfolgt man die Idee einer Begegnungszone rund um die Dorfmitte, aber auch auf der Straße Richtung Kirche St. Kilian. Erste Gespräche gab es auch mit den Nachbargemeinden bezüglich einer Südumfahrung von Koblach, wobei Bürgermeister Hölzl in Rankweil und Meiningen hier durchaus auf offene Ohren gestoßen ist.

Bis zu einem Grundsatzbeschluss in diesem Punkt könnte aber noch einige Zeit ins Land ziehen, von einer Trassenführung ganz zu schweigen. Pikanterweise könnte genau das in der Gemeinde heftig diskutierte Projekt Rhesi der verkehrsgeplagten Koblacher Bevölkerung in die Karten spielen. Eine Umsetzung der vorliegenden Pläne könnte die Realisierung einer neuen Riedstraße deutlich beschleunigen. CEG