Gedenkstätte für Michi Perauer rückt näher

Vorarlberg / 23.11.2019 • 10:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Derzeit erinnern Kerzen und Bilder unweit des Tatorts an Michi Perauer. Seine Familie engagiert sich für eine künstlerisch gestaltete Gedenktafel. VN/HÄMMERLE

Positive Signale von Stadt und Diözese Innsbruck. Vorarlberger Bildhauer würde sich gerne engagieren.

Innsbruck Die Familie Perauer befand sich am Tag des Mordprozesses in Innsbruck. „Die Verhandlung selbst wollten wir nicht sehen. Aber wir wollten in der Nähe sein. Wir haben in der Wohnung einer Freundin unserer Tochter Kekse gebacken, wir haben miteinander geredet, gebetet und natürlich auch auf das Urteil gewartet“, beschreibt Vater Wolfgang (52) den Gerichtstag, den er gemeinsam mit seiner Frau Theresia (51), Schwester Sabine (49) und Tochter Lisa (20) verbrachte.

Die Perauers hatten zudem eine Mission. Sie wünschen sich eine Gedenkstätte für ihren Sohn. Darüber haben sie schon mit dem Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi (60) gesprochen. Am Freitag trafen sie sich mit dem Generalvikar der Diözese Innsbruck, Florian Huber, bei der Dreiheiligenkirche. „Es war ein sehr konstruktives und freundliches Treffen. Die Diözese unterstützt unseren Wunsch. Die Erinnerungstafel, oder was immer es dann konkret wird, könnte zwischen der Rückseite der Bögen und der Kirche platziert werden. Dort wäre es sicher vor Vandalismus und nur Kirchenbesucher hätten Zugang. Das wäre als religiöse Menschen in unserem Sinne“, betont Theresia Perauer.

Suche nach bestem Platz

Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi signalisiert im Gespräch mit den VN die Bereitschaft der Stadt, eine künstlerisch gestaltete Erinnerung an Michael Perauer und andere Opfer von Gewalt zuzulassen. „Wir haben uns mit dem Stadtarchivar Gedanken über den Standort gemacht. Jener Ort unter der Brücke, wo derzeit an die Tat erinnert wird, erschien uns nicht ideal. Zwischen Bogen und Dreiheiligenkirche wäre sicher ein besserer Platz. Wir werden das Thema mit der Kirche besprechen.“ Mit der Familie Perauer hat sich der Stadtchef den möglichen Gedenkort bereits angesehen.

„Zwischen Bogen und der Dreiheiligenkirche wäre ein besserer Platz für eine Gedenktafel.“

Georg Willi, Bürgermeister Innsbruck

Udo Rabensteiner bringt sich ein

Aus Vorarlberg hat sich ein Künstler gemeldet, der eine solche Gedenktafel in Innsbruck gerne gestalten würde: Udo Rabensteiner (61), ein renommierter Bildhauer aus Lustenau. Er könnte sich vorstellen, gemeinsam mit allen Betroffenen eine würdige Gedenkstätte zu schaffen.

„Wir sind für vieles offen und nehmen die Vorschläge gerne an“, freut sich Theresia Perauer über die konstruktive Diskussion im Zusammenhang mit ihren Wünschen nach einer Erinnerung an ihren Sohn, der in Innsbruck einen völlig sinnlosen Tod starb.

Zwischenzeitlich erinnern weiterhin Kerzen und Bilder an der Ecke Museumsstraße /Ing. Etzel-Straße an die unfassbare Bluttat. Wolfgang Perauer hat aktuell ein paar Engelsfiguren auf den Boden geklebt und kleine Metallkreuze in der Mauer unter der Brücke fixiert. Michi soll in der Tiroler Hauptstadt keinen Tag mehr ohne Erinnerung bleiben.