Einsatz für die Bienen auch im Winter

Vorarlberg / 28.11.2019 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die rote Mauerbiene ist eine von 130 verschiedenen Wildbienenarten. Bienenschutz ist zu einem europaweiten Anliegen geworden. APA

Während die Lieblingsinsekten des Menschen derzeit ruhen, wird viel Gesumse um sie gemacht.

Schwarzach Um die 70 Prozent weniger Insekten, 40 Prozent weniger Insektenarten: Umweltschützer schlagen nicht erst seit heute Alarm. Das weltweite Artensterben droht ökologische Kreisläufe nachhaltig zu verändern. Diese Tatsache veranlasst zu Initiativen sogar im Winter. Von Bayern ausgehend wurde nun eine europaweite Aktion gestartet. Unter dem Motto „Bienen und Bauern retten“ wollen die Organisatorinnen und Organisatoren auf EU-Ebene einschneidende Maßnahmen und Gesetze zum Schutz von Bienen, gepaart mit der Neuorientierung hin zu einer ökologischen Landwirtschaft.

Neue Wege

Mitten im Bienenschwarm positioniert sich auch Vorarlberg. „Wir unterstützen diese Initiative selbstverständlich“, macht Imkerverbandspräsident Egon Gmeiner deutlich. Wichtig sei bei dieser Initiative, dass die Bauern miteingebunden sind. „Es geht nur gemeinsam. Man kann die Bauern nicht prügeln, nur weil sie durch falsche Subventionen zum mehrmaligen Mähen und zur Produktion von Futtermitteln wegen eines Überschusses an Vieh gezwungen werden“, mahnt Gmeiner neue Wege ein.

„Im Zusammenhang mit Bienen kann es nicht nur um Imkerei gehen.“

Egon Gmeiner, Imkerverbandspräsident Vorarlberg

Alles für die Wildbienen

Für die Bienenfreunde im Land müsse das auch neue Wege bedeuten. „Im Zusammenhang mit Bienen kann sich dann eben nicht alles nur um die Imkerei drehen“, sagt Gmeiner und kommt dabei auf die Wildbienen zu sprechen. „Im Sinne des Artenerhalts auch in der Masse müssen wir die Wildbienen schützen und zur Entfaltung bringen.“ Auf diese Notwendigkeit weisen laut Gmeiner immer mehr Experten hin. „Wir hatten unlängst den Vortrag eines Fachmanns bei uns, der ein Plädoyer für die Wildbienen hielt. Die Hälfte der interessierten Besucher sprach sich im Anschluss daran für eine aktive Unterstützung zur Erholung des Wildbienenbestands aus.“ Als Imkereiverband vertrete man grundsätzlich immer stärker auch Umweltschutzinteressen, verweist Gmeiner auf die neuen Herausforderungen seiner Zunft in Zeiten dramatischen Artensterbens.

Richtige Maßnahmen

Wie man den Wildbienen helfen kann, wissen die Fachleute sehr wohl. „Es braucht die richtigen Pflanzen auf entsprechenden Blühflächen. Aber auch an Mauerflächen lassen sich ideale Standorte schaffen“, nennt Gmeiner Beispiele. Dass sich der Kampf für Wildbienen durchaus lohnt, beweisen einschlägige Aktivitäten aus der jüngsten Vergangenheit. „Es hat sich gezeigt, dass die Wildbienenbestände wieder wachsen, wenn die richtigen Maßnahmen getroffen werden“, weiß der Imkereiverbandspräsident.