Altacher stimmen über Kiesabbau ab

Vorarlberg / 29.11.2019 • 07:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das langgezogene Feld am Sauwinkel soll in drei Bauetappen bis 2045 abgebaut und auch wieder befüllt werden.  VN/Hartinger
Das langgezogene Feld am Sauwinkel soll in drei Bauetappen bis 2045 abgebaut und auch wieder befüllt werden.  VN/Hartinger

Am Sonntag Volksabstimmung über Kiesabbau in Altach.

Gernot Schweigkofler

Altach „Soll die Gemeinde Altach den Kies- und Sandabbau und die anschließende Verfüllung mit Aushubmaterial auf der Liegenschaft GST-NR 1576, KG 92101 Altach betreiben?“ Über diese Frage entscheiden am Sonntag zwischen 7.30 und 12 Uhr die Altacher im Rahmen einer Volksabstimmung. 

Die Gegner des Kiesabbauprojekts, deren Sprecher Bernhard Weber, Mitglied der Bürgerliste Altach + Die Grünen ist, haben im Vorfeld der Abstimmung mehrere Themen kritisiert. Was ihnen sauer aufstößt, ist vor allem das Fehlen eines fertigen Verkehrskonzepts. Die in Aussicht gestellte Lösung mit der Asfinag, ein Anschluss des Kiesverkehrs ans Autobahnnetz, sei noch ebensowenig geklärt, wie der Aufteilungsschlüssel aus den Kieseinnahmen. Der sogenannte Sauwinkel, wo abgebaut werden soll, ist nämlich im Besitz der Marktgemeinde Götzis. Offen sei zudem, wer einen allfälligen Autobahnanschluss bezahlen müsste. Kritisiert wird auch der Verlust eines wichtigen Naherholungsgebiets.

Bürgermeister Gottfried Brändle zeichnet ein gänzlich anderes Bild. Sämtliche Gutachen seien positiv ausgefallen, das Projekt sei eine große Chance zum Abbau des für Vorarlberg wichtigen Rohstoffs Kies. Die Einnahmen seien zudem für Altach wichtig. Brändle betont, dass nur mit dem Kiesabbau eine Verkehrslösung via Autobahn möglich sei. Ansonsten werde der Verkehr durch das Gemeindegebiet jedenfalls unverändert weitergehen. Der Bürgermeister verspricht zudem, den Abbau zu stoppen, wenn bis 2024 keine Verkehrslösung auf dem Tisch liegt. „Dazu hat sich die Gemeindevertretung per Beschluss vom 5. November 2019“ selbst verpflichtet.“

In Altach sind die Argumente beider Seiten dank VN-Stammtisch, Informationsbroschüren und -veranstaltungen und vielen Gesprächen mittlerweile hinlänglich bekannt. Am Wort ist jetzt die Bevölkerung, die nun entscheiden muss, welche Argumente sie für stichhaltiger hält.