Gerold Riedmann

Kommentar

Gerold Riedmann

Rauer Gegenwind

Vorarlberg / 07.12.2019 • 06:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die drei Volksabstimmungen in Vorarlberg wurden zuletzt gern in einen Topf geworfen. Sie sind aber völlig unterschiedlich gelagert: In Ludesch muss man heute der Gemeinde und dem Projektbetreiber Kommunikationsversagen attestieren. Ganz im Gegenteil zu Altach, wo sich Neo-Politiker Bernie Weber (Grüne) an Bürgermeister Gottfried Brändle schlichtweg überhoben hat. Während es bei den Volksabstimmungen in Ludesch und Altach um Umweltschutz ging, war die Sachlage in Hard eine völlig andere. Dort ging es mehr um Beharrlichkeit, man mag auch Sturheit sagen. Oder schlichtweg die Unfähigkeit des Bürgermeisters, die klare Mehrheit in der Marktgemeinde hinter sich zu versammeln.

Große Kluft

Bereits vor zwei Jahren wurde über den Hafen abgestimmt, schon damals wollte der Bürgermeister etwas, was 93 Prozent nicht wollten. Die neuerlichen 81 Prozent bliesen Harald Köhlmeier als rauer Gegenwind der direkten Demokratie ins Gesicht. Vier Monate vor der Gemeinderatswahl schmeißt er per sofort hin – alle Funktionen und hinterlässt das Gegenteil einer geeinten, geordneten Gemeinde. Die Kluft zwischen Gemeindeführung und Bürgern war zu groß, auch jene zwischen den Hardern selbst braucht Aufmerksamkeit.

Schon im zweiten Satz der Aussendung betont Köhlmeier, er „tue dies nicht als vermeintliche Kurzschlussreaktion auf die Volksabstimmung am vergangenen Sonntag, sondern wohl überlegt“. Man darf davon ausgehen, dass das Gegenteil der Fall ist.

Gerold Riedmann ist Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten.