Rankweil investiert und erhöht Schuldenstand

Vorarlberg / 19.12.2019 • 14:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In der Marktgemeinde Rankweil fallen 2020 hohe Investitionen für Kinder und Schulen an. Die Schulden der Gemeinde steigen deshalb wieder an.

Gemeindevertretung beschließt neuen Voranschlag einstimmig. 11,7 Millionen Euro werden investiert, das wird teilweise fremdfinanziert.

Gernot Schweigkofler

Rankweil Am Dienstagabend stand in Rankweil der Voranschlag 2020 im Zentrum der Gemeindevertretungssitzung. Das 44,5-Millionen-Euro-Budget wurde dabei einstimmig beschlossen. Die Marktgemeinde plant 2020 Investitionen von 11,7 Millionen Euro.

Die Kommunalsteuer, die von den Rankler Betrieben erwirtschaftet wird, sowie der vom Bund überwiesenen Ertragsanteil steigen im kommenden Jahr laut Haushaltsplanung an, gemeinsam spülen sie etwa eine Million Euro zusätzlich in die Gemeindekasse. Bürgermeisterin Katharina Wöß-Krall freut sich über die steigende Kommunalsteuer als „deutliches Zeichen dafür, dass es den Rankweiler Betrieben gut geht.“

Ausgabenseitig steigen die Transferzahlungen an das Land, darunter fallen etwa der Spitals- und der Sozialfonds, weiter an, hier bezahlt Rankweil 2020 480.000 Euro mehr. Im kommenden Jahr sind Investitionen von 11,68 Millionen Euro geplant. Davon fließen knapp 4,7 Millionen Euro in Schulen und Kinderbetreuung, 2,2 Millionen Euro in den Straßenbau sowie 4,4 Millionen Euro in die Sanierung der Kanalisation, den Erwerb von Immobilien oder die Sanierung des Gebäudes an der Bahnhofstraße 1.

Schuldenstand steigt an

Zur Finanzierung der Investitionen nimmt die Gemeinde Fremdmittel in der Höhe von 5,9 Millionen Euro auf. Der Gesamt-Schuldenstand der Marktgemeinde liegt bei rund 15,25 Millionen Euro – neue Schulden wurden vor allem für Investitionen in die Volksschule Brederis mit der angeschlossenen Kleinkind- und Schülerbetreuung sowie den Erwerb von Grundstücken gemacht. Im Budget 2019 wurde mit einem Schuldenstand von 11,34 Millionen Euro kalkuliert. Dies ergibt eine aktuelle Pro-Kopf-Verschuldung von rund 1.288 Euro (zuletzt 957 Euro) bei 11.843 Einwohnern. Das ist im Gemeindevergleich weiterhin gut.

„Wir werden die derzeit niedrigen Zinsen jedenfalls nutzen, um wichtige Investitionen teilweise fremd zu finanzieren und gleichzeitig bestehende Schulden abzubauen“, erklärt Wöß-Krall die Strategie der Gemeinde. Seit über zehn Jahren erwirtschafte Rankweil aus dem operativen Betrieb ein positives Ergebnis, wird in einer Aussendung betont. Die Rücklagen werden per Ende 2020 voraussichtlich rund 7,67 Millionen Euro betragen, 1,14 Millionen davon sind zweckgebunden.