18 Punkte gegen Kälbertransporte

Vorarlberg / 20.12.2019 • 19:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wohin mit den Kälbern? Die Politik sucht schon lange Antworten. VN/LERCH

Land stellte Bericht der Task Force Tiertransporte vor.

Schwarzach Dreimal traf sich die Arbeitsgruppe Tiertransporte, um Wege zu finden, die Zahl der transportierten Kälber zu vermindern. Am Freitag veröffentlichte das Land Vorarlberg das Ergebnis. 18 Punkte sollen helfen, die Zahl zu verringern. Eine rechtliche Möglichkeit dazu fand die Task Force nicht, wie sie schreibt. Dieser Passus ist es auch, was den VGT dazu bewog, aus der Arbeitsgruppe auszusteigen (die VN berichteten).

Einige Ergebnisse im Überblick: Das Land soll auf EU-Ebene in die Gesetzgebung einwirken, sich für verpflichtende und kontrollierte Herkunftskennzeichnung auf allen Ebenen einsetzen und die Initiative „Vorarlberg am Teller“ flächendeckend einführen. Langfristig brauche es eine regionale Schlachtmöglichkeit und Kapazitäten, um Kälber in der Region zu mästen. Außerdem sollen Tierwohlkriterien in Förderungskataloge aufgenommen und ein Beratungsangebot zu alternativer Kälberzucht und alternativen Formen der Rinderhaltung eingeführt werden.

Die 18 Punkte im Überblick

1. Verfolgen der Ergänzung der Tiertransportvorschriften im Hinblick auf eine Auflösung von Sammeltransporten an Sammelstellen auf EU-Ebene

2. Verpflichtende und kontrollierte Kennzeichnung von Lebensmitteln nach ihrer Herkunft auf allen Ebenen

3. Flächendeckende Einführung der Auszeichnung im Rahmen der Initiative „Vorarlberg am Teller“ bei Gemeinschaftsverpflegern und Schulen zur Verwendung regional erzeugter Lebensmittel

4. Langfristige Sicherstellung ausreichender regionaler Schlachtmöglichkeit(en) nach hohen Tierwohl- und Hygiene-Standards

5. Forcierung der Initiative „Vorarlberg am Teller“ auch in der Gastronomie und Unterstützung mit der Schaffung entsprechender Markenprogramme

6. Durchführung von Bewusstseinsbildung und Programmen zur Erhöhung des Anteils an regionalen Lebensmitteln auch in privaten Unternehmens- und Schulkantinen etc.

7. Schaffung von Kapazitäten und Möglichkeiten zur Weitermast von Kälbern zur Rindfleischproduktion in der Region nach hohen Tierwohl-Standards

8. Erhöhung der Tiermarkt-Transparenz, um mehr Kälber zur Mastremonte aus Vorarlberg zu verwenden und regionale Hof-zu-Hof-Transporte zu steigern

9. Ausbau bestehender und Entwicklung neuer Programme für hochwertiges und extensiv produziertes Rindfleisch; Bereitstellung bzw. Schaffung von Beratungs- und Betreuungsinfrastruktur für die Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung

10. Weitere Intensivierung der Beratung und Information der Landwirte über alternative Haltungs- und Produktionsformen, die einen Verbleib der Kälber in Vorarlberg fördern

11. Intensivierung der Information der KonsumentInnen zu Kalb- und Rindfleisch sowie Qualitätsprogrammen

12. Finden von geeigneten Partnern in Gastronomie und sonstiger Außer-Haus-Verpflegung

13. Angebot und Förderung des Tierwohl-Monitorings auf Tierhaltungsbetrieben als Beratungstool

14. Berücksichtigung von Tierwohlkriterien in den Förderprogrammen

15. Entwicklung von Förderprogrammen für eine tiergerechte, extensivere Tierhaltung; Kombination mit entsprechender Auslobung und Erhebung tierbezogener Indikatoren (Tierwohl-Monitoring)

16. Schaffung eines Beratungsangebots zu alternativer Kälberaufzucht und alternativen Formen der Rinderhaltung

17. Förderung integrierter Milchkuh- und Kälber-/Rindermastbetriebe durch Beratung und Qualitätsprodukteschienen

18. Erprobung und Evaluierung der Zukunftsmodelle im Hinblick auf ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit

Hier geht’s zum Bericht der Task Force