HLW Feldkirch Favorit als Standort für Pflegeschule

Vorarlberg / 24.01.2020 • 06:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Pflegebedarf steigt auch in Vorarlberg stetig. Daher soll es in der Ausbildung von Personal nun auch vermehrt akademische Zugänge zu einem Pflegeberuf geben. LAND

Prüfungen laufen, Bildungsdirektion unterstützt, aber entscheiden muss der Vorstand des Trägervereins.

Feldkirch Die höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe Feldkirch am Institut St. Josef ist eine katholische Privatschule. Sie hat die Bereiche Medieninformatik und Gesundheitsmanagement als Schwerpunkte. Sie könnte bald noch mehr sein, nämlich die erste Pflegeschule in Kombination mit einer Allgemeinausbildung in Vorarlberg. Als Möglichkeiten bieten sich an: Abschluss mit Matura und gleichzeitg eine Ausbildung zur Pflegefachassistenz als fünfjährige Schulform und der Abschluss zur Pflegeassistenz im Rahmen einer dreijährigen Ausbildung. Die gesetzlichen Voraussetzungen zur Einrichtung eines solchen Schulzweiges hat die Bundesregierung im Ministerrat unlängst beschlossen.

Angebotserweiterung

Direktorin Doris Fußenegger sähe diese Angebotserweiterung ihrer Schule nicht ungern. „Ich denke, dass wir aufgrund unseres Schwerpunktes Gesundheitsmanagement dafür prädestiniert wären. Diese neue Ausrichtung würde gut in unser Schulprofil passen“, ist Fußenegger, seit einem Jahr Schulleiterin der traditionellen Bildungsstätte, überzeugt. Für die Implementierung eines Pflegezweiges an der HLW Feldkirch spricht auch die Nähe zur Gesundheits- und Krankenpflegeschule unweit des eigenen Standorts.

„Aufgrund unseres Schwerpunktes würde diese Ausrichtung gut zu uns passen.“

Doris Fußenegger, Direktorin HLW Feldkirch

Als Modell für den neuen Schulzweig gilt für Fußenegger das niederösterreichische Gaming. Dort ist die Implementierung der Pflegeschule bereits fix. Dort wird im Herbst mit der Kombination Pflegeausbildung/Allgemeinausbildung gestartet.

Entscheidung noch im Jänner

Einen schnellen Entschluss zur Einführung einer Pflegeschule braucht es auch in Vorarlberg. Das bestätigt der Geschäftsführer des Trägervereins der HLW Feldkirch Institut St. Josef, Helmut Madlener. „Wir müssen bis Ende Jänner wissen, ob wir das machen“, erklärte Madlener gegenüber den VN. Auch in Feldkirch wäre die Einführung des neuen Schulzweiges, der noch als Schulversuch geführt würde, bereits mit Beginn des Schuljahres 2020/21 vorgesehen. Um sich ein Bild von den Herausforderungen und Aufgaben einer Pflegeschule zu machen, werden die Verantwortlichen der HLW Feldkirch Gaming und einen weiteren Standort in Tirol besichtigen. „Entscheiden muss letztlich der Vorstand des Trägervereins“, betont Madlener

Schöbi-Fink als Befürworterin

Im Wissen um den steigenden Pflegebedarf im Land wird die Implementierung einer Pflegeschule von der Bildungsdirektion und von Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink sehr begrüßt. „Durch die Nähe zur Gesundheits- und Krankenpflegeschule ergäben sich für die HLW Feldkirch natürlich praktische Vorteile“, kann Schöbi-Fink dem Projekt nur Positives abgewinnen. „Die Kosten für die allgemeine Ausbildung würden vom Bund übernommen, die Finanzierung der praktischen Ausbildung in Zusammenarbeit mit der Gesundheits- und Krankenpflegeschule wäre Landessache“, sagt die Landesstatthalterin.

Organisatorisch würde das Projekt laut Schöbi-Fink von der Bildungsdirektion mit allen Ressourcen begleitet.