S-18-Planung erfordert zusätzliche Bohrung

Vorarlberg / 27.01.2020 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Baugrunderkundung für die S 18 im Ried erfordert weitere Bohrungen. Diese wurden bereits von der BH Dornbirn genehmigt. VN/STEURER

Es geht ums Grundwasser. Planer brauchen präzisere Informationen für eine bestimmte Zone.

Dornbirn Die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (Asfinag) bekommt im Ried Mehrarbeit. Um die Grundwassersituation in einem Bereich des Natura-2000-Gebietes genau zu klären, hat der Straßenbauer bei der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn mit Erfolg um die naturschutzrechtliche Bewilligung für zusätzliche Bohrungen angesucht. Betroffen ist der zu Dornbirn gehörende Gebietsteil Gleggen. Dort werden in Bälde zwei weitere Rotationsbohrungen durchgeführt.

Regen- statt Grundwasser

„Wir haben uns bei der Bemessung des Grundwasserspiegels geirrt. Wir glaubten, der Grundwasserpegel reicht bis zur Oberkante der Oberfläche. Wir haben jedoch das Regenwasser für Grundwasser gehalten. Jetzt wollen wir den Grundwasserspiegel exakt erkunden“, erklärt Günter Fritz (50), Regionalleiter für Projektentwicklung bei der Asfnag, den Grund für die zusätzlichen Bohrungen.

Der Antrag für die erweiterte Untersuchung wurde von der Asfinag am 19. Dezember des Vorjahres eingebracht, die Bewilligung erfolgte am vergangenen Dienstag. Laut BH-Bescheid müssen die Arbeiten im Schutzgebiet bis zum 15. März beendet sein.

Strenge Auflagen

Die Erkundungsbohrungen im Natura-2000-Gebiet sind mit allerlei Auflagen versehen. Dennoch gab es bereits 2018 Kritik vonseiten der Dornbirner Grünen. Die Straßenplaner sind verpflichtet, an den Bohrstellen den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Kurzzeitige Störungen und Beeinträchtigungen der Flächen am Standort lassen sich jedoch nicht verhindern.

Die zusätzlichen Bohrungen im Bereich Gleggen sieht Fritz nicht als Gefahr für das S-18-Projekt. „Aber sehr wohl werden uns die Ergebnisse Rückschlüsse für die technische Planung geben“, betont der Asfinag-Experte.

Über oder unter den Rhein

Die Vorbereitungen für ein einreichbares Projekt würden uneingeschränkt weitergehen. Unter anderem beschäftigen sich die Planer auch mit dem vorgesehenen Übergang beim Rhein Richtung Höchst. Über den Fluss oder unten durch, ist dort die Frage. Höchst und Fußach haben sich diesbezüglich bereits eindeutig für eine Untertunnelung ausgesprochen.

„Die Trassenentscheidung noch heuer wird eine sportliche Herausforderung.

Günter Fritz, Asfinag-Projektentwickler

Die vorbereitenden Planungen für das mit knapp einer Milliarde Euro budgetierte Straßenbauprojekt haben bereits 15 Millionen Euro verschlungen. Eine Trassenentscheidung (CP-Variante als Ostumfahrung Lustenau bzw. die favorisierte Z-Variante durchs Ried) soll noch heuer fallen. Fritz bezeichnet diese Zeitvorgabe mittlerweile als „sportliche Herausforderung“. Über den aktuellen Planungsstand gibt es am Mittwoch für die Mitglieder des Regionalforums die neuesten Informationen.