Ruf nach Offensive im öffentlichen Verkehr im Rheintal

Vorarlberg / 30.01.2020 • 15:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das untere Rheintal hat nicht erst seit gestern ein massives Verkehrsproblem. „Mobil im Rheintal“ soll Lösungen schaffen. VN/STEURER

33. Sitzung des Regionalforums von „Mobil im Rheintal“. Auch neueste S 18-Entwicklungen wurden präsentiert.

Bregenz Im Siechenhaus zu Bregenz trafen sich die 36 Teilnehmer von Land, Kommunen, NGOs, aus Expertenbereichen und aus der benachbarten Schweiz, um die neuesten Entwicklungen bei „Mobil im Rheintal“ zu erfahren. Während einige Anwesende das Dahinsiechen des Prozesses bemängeln, zeigen sich andere optimistisch, dass eine grundlegende Lösung der Verkehrsproblematik näher rückt.

Nein zu Ringstraßenbahn

Es ging dieses Mal sehr viel um Maßnahmen im öffentlichen Verkehr. „Die Präsentation einer Evaluation von Ringstraßenbahn und Metrobus haben klare Vorteile für den Metrobus ergeben, vor allem wirtschaftlich“, berichtet Jörg Zimmermann (48), erster Verkehrsplaner im Land und seit der Pensionierung von Christian Rankl Moderator von „Mobil im Rheintal“. Ins Auge gefasst werden Taktverdichtungen und neue Buslinien im Rheintal: Taktverdichtungen zum Beispiel zwischen Höchst und Bregenz und zwischen Lustenau und Dornbirn, eine neue Buslinie zwischen Dornbirn und Hohenems.

„Für eine Ringstraßenbahn fehlt im unteren Rheintal die Dichte. Sie rechnet sich auch wirtschaftlich derzeit nicht. Diesbezüglich hat sich die Einschätzung im Mobil-im-Rheintal-Schlussbericht von 2011 bestätigt“, merkt Zimmermann an.

„Für die Ringstraßenbahn fehlt im unteren Rheintal die Dichte. Sie rechnet sich nicht.“

Jörg Zimmermann, Verkehrsplaner Land

Für Breiner geht’s zu langsam

Erörtert wurden auch Fragen zu Push- und Pull-Maßnahmen, zu Parkraummanagement und vor allem auch im Zusammenhang mit der Erweiterung des Radnetzes. „Die Forderung nach mehr Routen für Radfahrer ist stark“, resümiert Zimmermann. „Für mich gehen die Verbesserungen im öffentlichen Verkehr zu langsam“, setzte es dennoch Kritik von Umweltikone Hildegard Breiner (82). Sie fordert vor allem zügige Begleitmaßnahmen im öffentlichen Verkehr und meint damit speziell die Möglichkeiten für Busbeschleunigungen.

„Diese Zusammenkünfte sind ein bisschen ermüdend geworden“, artikuliert Breiner ihre Wahrnehmung des Regionalforums, das es schon über ein Jahrzehnt gibt.

Update zu S 18

Angetan von der Präsentation des aktuellen S 18-Planungsstandes von Asfinag-Regionalprojektleiter Günter Fritz (50) zeigt sich hingegen der Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer (56, ÖVP). „Das war eine sehr profunde und umfassende Information. Ich verstehe, dass das einige Zeit in Anspruch nimmt. Je detaillierter diese Planungen jetzt schon sind, desto besser ist man für das Verfahren gerüstet.“

Keinen Zweifel an der Präsentation der S 18-Trasse noch heuer wollte Fritz aufkommen lassen. Man werde das schaffen, meinte der Asfinag-Experte.