Soziale Wahlvorarlbergerin

Vorarlberg / 30.01.2020 • 14:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Katrin Gruber macht die Kommunikation der youngCaritas.   YOUNGCARITAS

Menschen die bewegen: Katrin Gruber wirkte an der Ausstellung „Zuhause in mir“ mit.

Gernot Schweigkofler

Feldkirch Katrin Gruber ist Wahlvorarlbergerin. Derzeit. „Mit 18 Jahren habe ich ein Praktikum in Liechtenstein gemacht, die Gegend hat mir sehr gut gefallen“, erzählt sie. Nach dem Abschluss ihres Studiums in Graz entschloss sich die Obersteirerin gemeinsam mit ihrem Partner, ebenfalls einem Steirer, einmal „woandershin zu gehen“. Die Wahl fiel auf Vorarlberg, das Paar zog nach Feldkirch. Hier fand Gruber eine Anstellung bei der Caritas, während ihr Partner als Turnusarzt im Landeskrankenhaus Feldkirch tätig ist. 

Die Anstellung bei der Caritas ist für die Tisnerin ideal. Sie hat vor dem Germanistikstudium eine Ausbildung zur Behindertenbegleiterin gemacht. Dann entschied sie sich, doch noch zu studieren. Während des Studiums war sie auch als Journalistin bei der Kleinen Zeitung tätig. „Ich wollte eine Aufgabe, wo ich mit Schreiben etwas bewegen kann“, erzählt Gruber. Dieser Wunsch hat sich schließlich in Vorarlberg erfüllt. Gruber hat ab Sommer 2018 den Aufbau einer ans junge Publikum gerichteten Pressearbeit bei der youngCaritas in Dornbirn übernommen. Keine leichte Aufgabe, denn gerade junge Menschen erweisen sich als kritisches Publikum und lassen sich keine Themen aufzwingen, weiß Gruber. „Schritt für Schritt erreicht man was“, freut sie sich. Dass junge Menschen sehr engagiert sind und sich für soziale Themen einsetzen, das beweise die „Fridays for Future“-Bewegung. Es gelte, ihnen Plattformen zur Mitgestaltung der Zukunft zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich arbeitet sie bei der youngCaritas auch als Projektkoordinatorin beim EU-Projekt MIND.

Schicksal von Flüchtlingsfrauen

Im Rahmen dieses Projekts, an dem zwölf Caritas-Organisationen in elf Ländern beteiligt sind, sollen die vielen Facetten des Themas Flucht und Migration sichtbar gemacht werden. Eine davon sind jene jungen Frauen, die zurückblieben, während ihre Partner auf der Flucht nach Europa waren. Sie hatten ihre ganz eigenen Erlebnisse, die in der öffentlichen Aufmerksamkeit kaum auftauchen. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Nina-Helena Köhlmeier machte Gruber sich auf die Suche nach den Schicksalen dieser Frauen. Die zentrale Frage war, was mit ihnen passierte, während die Männer auf der Flucht waren. Zehn biografische Interviews wurden geführt, zehn Schicksale beleuchtet. Um das Ganze sichtbar zu machen, ohne die Anonymität der Frauen zu gefährden, arbeiteten Gruber und Köhlmeier in Folge mit der Künstlerin Bianca Tschaikner zusammen, die die Frauen portraitierte. Die Ausstellungsexpertinnen Lena Seeberger und Astrid Neumayer vervollständigten das Frauenteam und stellten eine Ausstellung auf die Beine, die seit Dienstag im Landhaus zu sehen ist. Zudem wurden Workshops für Jugendliche entwickelt. „Alle Geschichten sind sehr bewegend“, erzählt Gruber, „wobei sie auch alle sehr unterschiedlich sind.“

Die Projektkoordinatorinnen Nina-Helena Köhlmeier (l) und Katrin Gruber mit Fachbereichsleiterin Ingrid Böhler<span class="copyright"> FRANC</span>.
Die Projektkoordinatorinnen Nina-Helena Köhlmeier (l) und Katrin Gruber mit Fachbereichsleiterin Ingrid Böhler FRANC.

Privat ist Gruber sportlich. Im Oktober hat sie am Halbmarathon beim Bodensee-3-Länder-Marathon teilgenommen. Sie will, sagt sie, in jedem Bundesland einen Halbmarathon laufen. „Wir fühlen uns in Vorarlberg sehr wohl“, gefällt ihr das Leben in der Wahlheimat: Skitouren und Wandern mag sie sehr. „Wer das mag, ist hier richtig.“ Trotzdem wird das Leben in Vorarlberg eine Episode im Leben der Steirerin bleiben. Die Entfernung zu Freunden und Verwandten ist groß, ihre Zukunft sieht sie nicht im Ländle, aber eine Botschafterin Vorarlbergs wird sie in jedem Fall bleiben.

KAtrin Gruber

Die engagierte Steirerin organisierte die Ausstellung „Zuhause in mir“ der youngCaritas mit.

Geboren am: 20. Mai 1988

Wohnhaft in Feldkirch Tisis

Ausbildung zur Behindertenbegleiterin, Germanistikstudium

Bei youngCaritas für Kommunikation sowie als Projektkoordinatorin tätig

Hobbys: Berge, Hund und Sport

Die Ausstellung „Zuhause in mir“ läuft noch bis 13. Februar im Landhaus Bregenz und dann an weiteren Orten. Informationen unter www.caritas-vorarlberg.at /zuhauseinmir