Nüziger Zipfelkappenträger begehen 70-Jahre-Jubiläum

Vorarlberg / 09.02.2020 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Seit bald 25 Jahren leitet Suitner den Zipfelkappenklub. VEREIN

Josef Suitner feiert mit seinem Zipfelkappenklub das 70-Jahre-Jubiläum

Nüziders Es ist das Jahr 1949. Vier betagte Herren sitzen nach einem harten Arbeitstag wie gewohnt in der Nüziger Krone beim Stammtisch. Auf ihren Häuptern thronen noch die Zipfelkappen, die früher in der Bauernschaft gang und gäbe waren – sehr zum Missfallen des damals jungen Mädchens, Fanny Galehr, das die Herrschaften bewirten musste. „Mit den Kappen bediene ich euch nicht“, sagt sie. „Da müsst ihr schon einen Zipfelkappenklub gründen, damit ihr die aufbehalten dürft.“ Das ließen sich die Männer nicht zwei Mal sagen und wenige Monate später, am 11. März 1950, wurde zur Gründungsversammlung des Zipfelkappenklubs geladen.

Heute, 70 Jahre später, dürfen sich die Clubmitglieder und der Zipfelkappenobmann, Josef Suitner, über das runde Jubiläum ihres Clubs freuen. „Bei uns sind genau vier Sachen zentral“ erläutert dieser. „Die Fröhlichkeit, das Zusammenkommen, das freundschaftliche Zusammensein und die Ausflüge.“ Diesem Leitfaden folgt der Zipfelkappenclub nun seit 70 Jahren, jährlich wird immer in der ersten Maiwoche ein viertägiger Ausflug nach Deutschland, Österreich oder Italien unternommen. Ebenfalls fix im Programm ist seit 70 Jahren ein jährliches Preisjassen, zwei Firmenbesuche und der Auslug auf die Alpe Oberpartnom „zur Martha“.

Suitner selbst, von seinen Freunden auch Pepi genannt, ist 1995 zum Verein dazugestoßen. „Ich wurde damals gefragt, ob ich die Reiseleitung übernehmen könnte“, sagt der Nüziger. „Das ist immerhin eine essenzielle Funktion im Verein.“ Diese übernahm der damalige Versicherungsmakler gerne, hatte er doch davor schon einige Erfahrung mit der Organisation von Reisegruppen gesammelt. 1996 verstarb dann auch überraschend der Vereinsobmann, weshalb kurzerhand Reiseleiter Suitner für die Doppelfunktion herangezogen wurde. „Seither leite ich die Vereinsgeschicke und die Ausflüge“, sagt der Obmann, der in diesem Jahr auch sein 25-jähriges Jubiläum als Reiseleiter feiert.

Dem damals neuen Zipfelkappenchef ist es auch zu verdanken, dass der Verein eine einheitliche „Uniform“ hat. „Am Anfang gab es die Zipfelkappen in allen Formen und Farben“, erzählt Suitner. „Wir haben dann aber einheitliche weiße Zipfelkappen und Hemden anfertigen lassen, jeweils mit einem aufgestickten Zipfelkappenclub-Logo.“

Die meiste Freude an seiner ehrenamtlichen Tätigkeit bereitet dem 79-Jährigen das sehr positive Feedback, das er immer wieder von den Reiseteilnehmern bekommt. „Ich hatte natürlich immer Glück, das alles reibungslos abläuft“, sagt Pepi, und weiter: „Aber es befriedet einen und tut im Innern gut, wenn die Menschen immer wieder von den gemeinsamen Reisen schwärmen.“ Dabei nimmt er aber auch viel auf sich: Bevor eine Reise durchgeführt wird, fährt Suitner die gesamte Strecke alleine ab, um die Hotels und die Ziele auf Herz und Nieren zu überprüfen. „Auch das Busunternehmen, Hehle Bus aus Lochau, spielt mir da in die Karten“, sagt er. „Mit diesen arbeite ich nun schon seit elf Jahren zusammen.“

Im kommenden Jahr feiert Suitner nun – nach dem Vereinsjubiläum und nach seinem 25-jährigen Jubiläum als Reiseleiter – auch noch sein 25-Jähriges als Vereinsobmann. Diesen Zeitpunkt möchte er dann aber auch zum Anlass nehmen, seine Obmannschaft in neue Hände zu legen.