Sturm „Sabine“: 200 Einsätze in 30 Stunden

Vorarlberg / 11.02.2020 • 16:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Noch am Dienstagvormittag waren die Feuerwehren mit Sicherungsmaßnahmen beschäftigt. VOL/MAYER

Über 200 Einsätze hatten die Feuerwehren in gut 30 Stunden zu verzeichnen. Verletzt wurde niemand.

Schwarzach „Sabine“ sorgte für eine unruhige Nacht bei den Einsatzkräften in Vorarlberg. Allein 60 Einsätze der Feuerwehren verzeichnete die Landeswarnzentrale in der Nacht auf Dienstag, über 200 Unwettereinsätze waren es insgesamt. Verletzt wurde niemand, doch vor allem im Bregenzerwald, Rheintal, dem Kleinen Walsertal und dem Walgau sorgte der Wintersturm für Verwüstungen. Überwiegend verschont blieben das Brandnertal, Klostertal und Montafon.

Die Nordtribüne des SCRA wurde in Mitleidenschaft gezogen. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Die Nordtribüne des SCRA wurde in Mitleidenschaft gezogen. VN/Hartinger

In der Nacht auf Dienstag war vor allem der Bezirk Feldkirch betroffen. In der Nacht beschädigte ein stürzender Baum die Oberleitung der Bahnstrecke zwischen Feldkirch und Buchs, aufgrund der Gefahrensituation vor Ort konnte nicht sofort gehandelt werden. Gegen 7 Uhr war die Strecke dann geräumt, zwei Nahverkehrszüge fielen aus. Doch auch in den restlichen Bezirken war die Feuerwehr mit Aufräumarbeiten und Absicherungen beschäftigt, nicht nur wegen Bäumen. In Bregenz sank auch am Dienstag wieder ein Boot des Ruderklubs aufgrund des Wellengangs.

In Mittelberg blockierten noch am Montag Bäume die L201 und die Langlaufloipe. <span class="copyright">Feuerwehr Mittelberg</span>
In Mittelberg blockierten noch am Montag Bäume die L201 und die Langlaufloipe. Feuerwehr Mittelberg

Bei Vorarlberg Netz, der Infrastruktursparte der Illwerke VKW, war man auf das Unwetterereignis gut vorbereitet, erklärt Unternehmenssprecher Andreas Neuhauser auf VN-Anfrage. Die Anlagen wurden verstärkt überwacht, Mannschaften standen auf Abruf bereit. Das war auch notwendig: Insgesamt 3500 Endabnehmer waren zeitweise ohne Strom. In Dornbirn gab es ein Abzweigproblem im Mittelspannungsnetz zur Rickatschwende, im Vorderland wurde eine Stromleitung gekappt, betroffen waren Göfis, Laterns und Übersaxen. Ähnliche Probleme gab es in Doren und Krumbach. Insgesamt sei es jedoch glimpflich ausgegangen, die Schäden seien in kurzer Zeit behebbar gewesen.

In Laterns kappte ein Baum in der Nacht auf Dienstag die Stromversorgung. <span class="copyright">Vorarlberg Netz<span class="copyright"></span></span>
In Laterns kappte ein Baum in der Nacht auf Dienstag die Stromversorgung. Vorarlberg Netz

„Eines muss man positiv hervorheben: Bei diesen massiven Einsätzen ist kein einziger Feuerwehrmann verletzt worden“, freut sich Günther Watzenegger, Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbands. Das sei der guten Ausbildung und Ausrüstung der Wehren zu verdanken. Bei solchen Unwettereinsätzen stehe der Eigenschutz der eingesetzten Kräfte im Vordergrund, noch vor der Geschwindigkeit, appelliert Watzenegger an die Bevölkerung um Verständnis für manche Einsatzdauer.