Keine Gäste, viel Abstand: Trauungen trotz Coronakrise

Vorarlberg / 04.04.2020 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Keine Gäste, viel Abstand:  Trauungen trotz Coronakrise
Irena Gligorijević und Christoph Amon gaben sich in Coronazeiten das Jawort.

In Vorarlbergs Standesämtern wird, mit Ausnahmen, noch geheiratet.

Bregenz, Bludenz Christoph Amon (50) und Irena Gligorijević (47) schweben auf Wolke sieben. Am 27. März gab sich das Paar im Dornbirner Standesamt das Jawort – trotz Coronakrise. “Es war sehr abenteuerlich”, bringt es Christoph Amon auf den Punkt. Da der Dornbirner und die gebürtige Serbin in Oberriet in der Schweiz leben, war es für sie nicht einfach, die Grenze zu Vorarlberg ohne Corona-Test zu passieren. “Wir haben es versucht, aber man hat uns wieder zurückgeschickt”, erzählt Christoph. Doch das Glück war auf ihrer Seite: “Da ein Corona-Test zu lange gedauert hätte, hat mir mein Hausarzt ein ärztliches Attest ausgestellt, das belegt hat, dass ich symptomfrei bin. Beim zweiten Anlauf hat sich ein Zöllner gnädig gezeigt und ließ uns passieren”, erinnert er sich mit einem Schmunzeln. Und so stand der Trauung nichts mehr im Wege. Christoph und Irena schlossen vor Standesbeamtin Nina Heinzle den Bund fürs Leben – ganz ohne Gäste und mit möglichst viel Sicherheitsabstand, versteht sich. Geplant war eigentlich eine große Feier mit Freunden und Verwandten. “Das ist leider ins Wasser gefallen, aber die Hochzeit war trotzdem wunderschön”, sagt der 50-Jährige. Die große Hochzeitsparty will das Ehepaar im Sommer nachholen.

Hochzeiten mit fünf Personen limitiert

Christoph und Irena sind eines der wenigen Brautpaare, die sich in Zeiten von Corona noch “trauen”. Hochzeiten sind laut Epidemiegesetz mit fünf Personen limitiert. Eine Hochzeit ohne Gratulanten? Für die wenigsten vorstellbar. Aus diesem Grund haben zahlreiche Vorarlberger Paare ihre Hochzeit abgesagt oder verschoben, wie ein Rundruf der VN zeigt. Vereinzelte Trauungen finden nur noch unter strengen Schutzmaßnahmen statt. Im Standesamt in Dornbirn wurden fast alle der rund 30 vorgemerkten Termine zwischen 15. März und 30. April von den Brautleuten selber abgesagt, wie Meldeamtsleiter Elmar Schwendinger den VN berichtet. Im April werden nur noch vier Hochzeiten abgehalten. Neue Termine werden nicht vergeben. In Felkdirch ein ähnliches Bild: Bereits fixierte Hochzeitstermine dürfen wahrgenommen werden, allerdings nur mit bis zu vier Personen. In Bludenz liegt die Grenze bei fünf Personen.

Keine Trauungen in Bregenz

Beim Standesamtsverband in Bregenz ist die Lage anders. Dort wurde am 13. März die vorerst letzte Trauung durchgeführt. “Da der Parteienverkehr komplett geschlossen ist, führen wir auch keine Trauungen durch und vergeben keine neuen Termine”, informiert Standesbeamter Gerhard Rosemann. Insgesamt fielen in Bregenz bereits zehn Trauungen der Coronakrise zum Opfer. “Die Brautpaare reagieren trotz Absagen zum Großteil mit Verständis”, zeigt sich Rosemann beruhigt. Doch die Hochzeitssaison steht kurz bevor. “Von Mitte April bis November stehen im Normalfall zwischen 250 und 300 Hochzeiten auf dem Programm. Da sitzen wir schon ein wenig auf Nadeln.”

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