Gedanken zum Tag von Marius Ciobanu: “Spross der Hoffnung”

Vorarlberg / 09.04.2020 • 16:00 Uhr
Gedanken zum Tag von Marius Ciobanu: "Spross der Hoffnung"

Die „Gedanken zum Tag“ erscheinen im Rahmen von #vorarlberghältzusammen und sind eine Kooperation der Diözese Feldkirch und den VN.

Marius Ciobanu, Pfarrer in der Seelsorgeregion Vorderland

Spross der Hoffnung

Gründonnerstag, Tag der Freude, der Freundschaft und der Gegenwart, aber auch Tag des Verlassenseins, der Angst und der Enttäuschung.

Ich habe vor Kurzem mit einer Pilgergruppe Getsemani in Israel besucht, den Garten, in dem Jesus in der Nacht seiner Verhaftung gebetet hat, und ich war von den breiten und knorrigen Olivenbäumen sehr beeindruckt. Es schien, als hätten sie viele Geschichten zu erzählen: von Stürmen, die sie verdreht haben, und vom Feuer, das ihr Holz verbrannt hat. Ich sah gebrochene Äste, aber auch neue Sprossen, die gewachsen sind, auch dort, wo man keine Erwartungen mehr gehabt hat.

In letzter Zeit sind viele Menschen gebeutelt worden. Viele Verluste mussten angenommen werden, und die Angst verletzt unsere alltägliche Sicherheit. Ich glaube, dass trotzdem auch weiterhin neue Sprossen wachsen und wieder Früchte bringen werden, weil wir von tiefen Wurzeln getragen sind.

Das ist die Botschaft des Olivengartens! Vielleicht hat Jesus dies immer wieder an jenem Abend im Innersten empfunden und dadurch Kraft bekommen, um weiter auf dem Weg nach Jerusalem gehen zu können. Heute bete ich für alle, die nicht mehr die Stärke haben, den Spross der Hoffnung zu sehen!