Immer weniger Neuinfektionen in Vorarlberg

Ärzte bitten Bevölkerung, mit eigenen Masken in die Praxen zu kommen.
bregenz Langsam schleicht sich wieder so etwas wie Normalität ins Leben und in den Alltag. Das heißt jedoch nicht, dass dem Coronavirus die Luft ausgegangen ist. Im Gegenteil: Es gibt immer noch Neuinfektionen, aber die halten sich derzeit in bescheidenen Grenzen. Am Dienstag meldete die Landessanitätsdirektion nur noch eine Neuerkrankung. Trotzdem oder gerade deshalb verlangt der Umgang mit der Pandemie nach wie vor Umsicht. So fordert die Ärztekammer die Bevölkerung auf, einen Mund-Nasen-Schutz standardmäßig auch in Ordinationen zu tragen, obwohl es keine offizielle Verordnung dazu gibt. “Zum Schutz vor Covid-19-Infektionen müssen im Gesundheitswesen mindestens dieselben Hygienestandards wie im Lebensmittelhandel oder in öffentlichen Verkehrsmitteln als selbstverständlich gelten”, heißt es.
Das Risiko minimieren
Dies sei wichtig, um das Personal im Gesundheitswesen und damit die medizinische Versorgung zu schützen, denn Ärztinnen und Ärzte sowie deren Mitarbeiter seien besonders gefährdet“, begründet Ärztekammerpräsident Michael Jonas sein Verlangen. Durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes könne das Ansteckungsrisiko minimiert werden. „Die Vorarlberger Bevölkerung hat bereits bewiesen, dass sie pflichtbewusst handelt und die Vorgaben der Regierung ernst nimmt. Genau dieses Pflichtbewusstsein erwarten wir uns von ihr jetzt auch im Gesundheitswesen“, legt Burkhard Walla, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte in der Ärztekammer, nach. Seine eindringliche Bitte: „Die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger müssen ihren eigenen Mund-Nasen-Schutz mitbringen, da insbesondere in den Ordinationen keine Schutzmasken zur Verfügung stehen, die vor Ort ausgegeben werden könnten.”
Vorher telefonisch anmelden
Beim Besuch in einer Ordination kann übrigens derselbe Mund-Nasen-Schutz verwendet werden, wie er im Lebensmittelhandel inzwischen obligat ist. Selbstgenähte Masken sind laut Aussagen der Ärztekammer-Vertreter ebenfalls erlaubt. „Wenn sich alle solidarisch mit dieser Bitte zeigen, schützen wir nicht nur alle Systemerhalter, sondern ermöglichen es uns allen, schneller zur Normalität in den Ordinationen zurückzukehren“, ergänzt Michael Jonas. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sei im gesamten Gesundheitswesen, also zum Beispiel auch bei einem Termin mit dem Physiotherapeuten, sinnvoll. Weiterhin gilt, dass Patientinnen und Patienten eine ärztliche Praxis trotz Tragens einer Maske erst nach vorheriger telefonischer Anmeldung betreten sollen.