Gemeindeverband: “Nicht die richtige Zeit, um Dachböden auszuräumen”

Vorarlberg / 16.04.2020 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gemeindeverband: "Nicht die richtige Zeit, um Dachböden auszuräumen"
Nach und nach öffnen Altstoffsammelzentren wieder ihre Tore. Der Gemeindeverband appelliert aber, Abfälle nur dann abzugeben, wenn das keinesfalls vermieden werden kann.

Der Vorarlberger Gemeindeverband appelliert im Hinblick auf Abfälle an die Vernunft der Bevölkerung.

Bregenz Jährlich fallen in Vorarlberg rund 30.000 Tonnen kommunale Restabfälle sowie rund 17.000 Tonnen kommunale Bioabfälle an. Aufgrund der aktuellen Coronasituation halten sich seit knapp zwei Monaten so viele Menschen in ihren Wohnungen und Häuser auf wie sonst wohl nur über die Weihnachtsfeiertage. Die Folge: Zu Hause türmen sich die Müllmengen, zumindest was den Bioabfall anbelangt. “Durch die geschlossenen Restaurants essen die Vorarlberger zurzeit nahezu ausschließlich zuhause”, begründet Herbert Koschier (60) vom Vorarlberger Gemeindeverband die Steigerung. Während die Restabfallmengen laut Koschier im März 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat lediglich um vier Prozent auf 2758 Tonnen gestiegen sind, konnte im selben Zeitraum bei den Bioabfallmengen ein Plus von zwölf Prozent verzeichnet werden. “In diesem März wurden 1624 Tonnen Biomüll bei den Haushalten abgeholt. Das ist schon eine signifikante Steigerung”, sagt der Experte. Im Gegensatz dazu seien jedoch die Mengen bei den Gewerbeabfällen aufgrund der geschlossenen Gastronomie rückläufig.

Altstoffsammelzentren öffnen

Sperrmüll wurde im März 2020 naturgemäß wesentlich weniger gesammelt, da die Sammelstellen im Land weitgehend geschlossen waren. Nach und nach sperren diese im Land nun wieder auf. Herbert Koschier appelliert deshalb an die Bevölkerung, diese Gelegenheit nicht zu nutzen, um Dachböden oder Keller zu räumen. “Ganz im Gegenteil. Abfälle sollen nur zu den Sammelstellen gebracht werden, wenn das nicht vermieden werden kann.”

Bei weggeworfenen Masken können Verwaltungsstrafen von 60 Euro verhängt werden.
Bei weggeworfenen Masken können Verwaltungsstrafen von 60 Euro verhängt werden.

Mund-Nasen-Masken gehören in den Restmüll

Auch bei der Entsorgung von Mund-Nasen-Masken und Handschuhen sollte laut Herbert Koschier einiges beachtet werden, denn bei weggeworfenen Masken können wie beim herkömmlichen Littering Verwaltungsstrafen von 60 Euro verhängt werden. Da es sich bei Masken und Handschuhen um keine infektiösen Hygieneartikel handelt, können diese über den Restabfall entsorgt werden. “In Haushalten mit Covid19-Erkrankten sollten die Masken allerdings zuvor in einem extra Plastiksack gesammelt und mit der Umhüllung weggeworfen werden”, rät Koschier.

Ähnliches gilt für Papiertaschentücher. Auch diese sollten in Haushalten mit kranken Menschen in einer Umhüllung weggeworfen werden. “Generell gilt: Papiertaschentücher gehören in den Restabfall und nicht zum Altpapier. Anders als die Struktur es vermuten lässt, können Papiertaschentücher nur mit großem Aufwand recycelt werden”, informiert Koschier.

Haushaltsmüll in Vorarlberg

März 2020: März 2019:

Bioabfall: 1624 Tonnen          1448 Tonnen

Restabfall: 2758 Tonnen        2641 Tonnen

Sperrabfall: 226 Tonnen        6353 Tonnen

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