Polizeichef: “Keine Kontrollen im privaten Bereich”

Vorarlberg / 28.04.2020 • 19:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Polizeichef: "Keine Kontrollen im privaten Bereich"
Landespolizeidirektor Hans-Peter Ludescher (l.) im Gespräch mit VN-Redakteur Michael Prock.

VN-Stammtisch: Landespolizeidirektor Hans-Peter Ludescher (58) über die Corona-Überwachungsmaßnahmen.

Schwarzach Ausgangsbeschränkungen, Betretungsverbote, Grenzkontrollen: Seit sechs Wochen stellt die Covid19-Verordnung auch die Polizei vor große und neue Herausforderungen. Das machte Landespolizeidirektor am Dienstag beim VN-Stammtisch klar. Das Personal der Exekutive musste aufgestockt und Urlaubssperren verhängt werden. Polizeischüler wurden in Außendienststellen geschickt.

Herausforderung Grenze

Die größte Herausforderung habe sich für die Polizei jedoch mit der Überwachung der Covid19-Einreisebestimmungen an den Grenzen ergeben, sagt Ludescher. Weil völlig neu. „Die Kollegen waren plötzlich der Gesundheitsbehörde unterstellt und mit einer ungewohnten Tätigkeit beauftragt. Da war am Anfang viel Unsicherheit dabei.“

Ein weiterer Schwerpunkt stelle die Überwachung des öffentlichen Raumes dar. Etwa die Überwachung des Mindestabstandes. „Da haben wir am Anfang noch versucht, den Leuten die Regelung zu erklären. Dann kamen Strafanzeigen, weil einige den Ernst der Lage nicht begriffen hatten.“

Und doch gesteht der Polizeichef ein, dass angesichts der sich immer wieder verändernden und neuen Verordnungen einiges hinterfragt werden müsse. „Und letztlich gab es auch Amtshandlungen, die sich als falsch erwiesen haben.“

Signalschüsse geprüft“

Auf die umstrittenen Signalschüsse eines Beamten in Nenzing erwiderte Ludescher, das man hier noch am prüfen sei, aber: „Die Signalschüsse konnten durchaus auch ihre Berechtigung haben.“ Zum Thema zur Kontrolle von Versammlungen von mehreren Personen im privaten Bereich, etwa durch Hausbesuche, stellte Ludescher klar: „Es gibt für uns keine Veranlassung, nach der Covid19-Verordnung hier einzuschreiten. Es wurden diesbezüglich auch keine Anzeigen erstattet.“

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