Wie Jugendliche in Bludenz vor hohen Strafen bewahrt werden

Offene Jugendarbeit Bludenz informiert auf der Straße über die neuen Verhaltensregeln.
Bludenz Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Dieser Aussage folgend bemüht sich die Offene Jugendarbeit Bludenz (OJA) aktuell darum, Jugendliche vor saftigen Verwaltungsstrafen im Zuge des Covid19-Maßnahmengesetzes zu bewahren.
Jugendlichen zur Seite stehen
„Wir sind keine Ersatzpolizei“, stellt Geschäftsführer Michael Lienher in diesem Zusammenhang klar. Dennoch wollen er und sein Team auch in Zeiten von Corona Jugendlichen in der Region zur Seite stehen. Diese seien in Zusammenhang mit der neuen Verordnung im Besonderen von Strafanzeigen betroffen, weiß der erfahrene Jugendarbeiter. „Wir wollen Aufklärungs- bzw. Bewusstseinsarbeit machen und so möglichst viele Jugendliche straffrei halten, gleichzeitig aber auch der Exekutive Arbeit abnehmen“, begründet Lienher das Engagement der OJA Bludenz.
Nicht alle jungen Menschen hätten Zugang zu Informationen bzw. würden durch Fake News falsche Auskünfte erhalten, führt der Jugendarbeiter ins Treffen. Mit Hilfe eines eigens zusammengestellten Flyers sollen die Jugendlichen die richtigen Infos bekommen und darüber aufgeklärt werden, was derzeit erlaubt ist und was nicht. In Zweierteams machen sich die acht Streetworker zu den vermeintlichen Hotsports der Jugendlichen beim Skaterplatz, Bahnhof, Friedhof oder der Post auf, um diesen aufzuzeigen, was ihnen an Strafen blühen kann. „Die Jugendlichen haben die Möglichkeit diese Info per QR Code zu scannen, der sie auf unsere Homepage leitet, die mit denselben Infos wie auf der Broschüre befüllt ist. Somit ist auch der direkte Kontakt eingeschränkt“, sagt Lienher.
Wertvolle Maßnahmen
„Die Polizeiinspektion Bludenz begrüßt die Initiative der OJA Bludenz ausdrücklich“, sagt Chefinspektor Klaus Winder. „Auch die Polizei stellt fest, dass die Jugendlichen hinsichtlich der aktuellen Verordnungen betreffend der Covid19-Maßnahmen der Bundesregierung nicht bzw. nicht ausreichend informiert sind. Wir erachten die Maßnahme der OJA Bludenz als sehr wertvoll. Der direkte Kontakt mit der Jugend ist hier sehr sinnvoll“, so Winder weiter. Dem kann Mario Leiter seitens der Stadtpolizei nur beipflichten. „Gerade jetzt ist es wichtig, dass die OJA Bludenz präventiv im Streetwork tätig ist. Wir arbeiten hier eng zusammen, vernetzen uns, wo immer es geht und gesetzlich erlaubt ist. Wir begrüßen die Streetwork-Aktion und unterstützen sie vollinhaltlich.“
So lange wie nötig
„Unbelehrbare bleiben Unbelehrbare“, macht Lienher dennoch deutlich, dass nicht allen geholfen werden kann. „Uns ist vollkommen bewusst, dass wir mit dieser Aktion Bludenz nicht straffrei machen. Dennoch ist es uns ein Anliegen, hier den Jugendlichen als Unterstützung zu dienen. So lange es die Maßnahmen verlangen, werden wir unterwegs sein“, versichert Lienher.