Wenn der Ostergarten ein Fall für die Anwälte wird

Vorarlberg / 11.05.2020 • 12:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wenn der Ostergarten ein Fall für die Anwälte wird
Walter Kettner will sich mit der ausgefassten Strafe nicht abfinden. VN/RAUCH

Der groß geschmückte Garten von Walter Kettner kommt nicht bei jedem Nachbarn gut an.

Dornbirn Walter Kettners (79) große Freude ist die Dekoration des Gartens zu Weihnachten und Ostern. Zuletzt schmückten Dutzende Osterhasen, Küken und bunte Farben jede Ecke seines Gartens (Die VN-Heimat berichtete). Der reich geschmückte Garten lockt zahlreiche Schaulustige an und ist der ganze Stolz des Seniors. Untermalt wird die Dekoration jeden Abend durch eine passende Beleuchtung. Das erfreut jedoch nicht jeden Nachbarn.

Wenn der Ostergarten ein Fall für die Anwälte wird
Diese Lichterkette ist der Stein des Anstoßes. VN/Rauch

Bereits 2017 führte der weihnachtliche Gartenschmuck zu einem Rechtsstreit, der damals mit einem Vergleich endete. Für Kettner aus heutiger Sicht ein Fehler. Denn eine knapp über dem Boden verlaufende Lichterkette blinke und verstoße damit gegen den Vergleich. Kettner hat dafür kein Verständnis: “Die Lichterkette geht zwar an und aus, die Intervalle sind aber lang”, sieht er den Vorwurf des Blinklichts nicht bestätigt. Außerdem hänge sie absichtlich tief, unterhalb des Knieniveaus. Insgesamt sei die Situation daher nicht mit jener von 2017 zu vergleichen, ist der 79-Jährige überzeugt. Seit mehr als einer Woche schaltet er das Licht nicht mehr ein, nun werde die Dekoration auch abgebaut.

Doch es kommt wieder ein Weihnachten oder Ostern. Zwar wachse Kettners Sammlung von Jahr zu Jahr, er nehme aber bei der Gestaltung durchaus Rücksicht. Seine Freude daran will er sich jedoch nicht verbieten lassen. “Ich möchte meinen Garten so schmücken, wie es mir gefällt und ich es für passend erachte”, betont Kettner. Nun soll er wegen der Missachtung des Vergleichs eine Strafe von 100 Euro zahlen, wie auch die Anwaltskosten des Nachbarn. Vor allem gegen Zweiteres will sich Kettner wehren und auch prüfen, was er tun könne, um sich gegen diese Form der Bevormundung zu wehren.

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