Coronatests für die Kinderbetreuung gefordert

Vorarlberg / 21.06.2020 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Coronatests für die Kinderbetreuung gefordert
Beispiele habe gezeigt, wie schnell es in Betreuungseinrichtungen mit Infektionen gehen kann. VN/PAULITSCH

Neueste Studie berichtet auch vom Einfluss der Blutgruppen auf Krankheitsverlauf bei Covid19.

Bregenz Während in unseren Breiten die durch das Coronavirus bedingten Infektionen vorerst gestoppt werden konnten, läuft die Forschung dazu auf Hochtouren. Ein internationales Team von 146 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, dem auch der gebürtige Lustenauer Christoph Gassner angehört, hat in einer Studie festgestellt, dass zwischen Blutgruppe und Schweregrad der Covid19-Erkrankung ein Zusammenhang besteht. Demnach erkranken Menschen mit Blutgruppe A stärker als jene mit Blutgruppe 0. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse unlängst im angesehenen Wissenschaftsjournal „The New England Journal of Medicine“.

Die SPÖ fordert indes eine Ausweitung der Teststrategie des Landes auf jene Orte, an denen schnell neue Hotspots entstehen könnten. Konkret nennt Gesundheitssprecherin Elke Zimmermann hier Kindergärten, Kleinkindbetreuungseinrichtungen und Spielgruppen. In einem Antrag an den Landtag wird eine kostenfreie Testung des Personals in diesen Bereichen angeregt bzw. gefordert.

Einfluss noch unklar

Die Studie sei, erklärt Professor Christoph Gassner, der, wie berichtet, neu das Institut für Translationale Medizin an der Privaten Universität Liechtenstein leitet, in kurzer Zeit rasant umgesetzt worden. In sieben Spitälern der italienischen und spanischen Epizentren Europas untersuchte das Team die Genome von 1980 Patienten mit Covid19-bedingtem Atemversagen und verglich diese mit den Blutgruppen von gesunden Kontrollgruppen. Die Ergebnisse zeigen bei Menschen mit Blutgruppe A ein erhöhtes Risiko, schwerer zu erkranken, und eine schützende Wirkung vor schwerer Erkrankung bei Blutgruppe 0. Dass es sich beim Infektionsrisiko ähnlich verhält, sei sehr wahrscheinlich. „Warum die Blutgruppen das Krankheitsgeschehen derart beeinflussen, ist noch unklar, aber wir forschen mit Hochdruck weiter“, betont Gassner. Welche konkreten Auswirkungen die Erkenntnisse in der Praxis haben, werde sich zeigen. Unterdessen wird immer klarer, wie viel die Coronapandemie die öffentliche Hand kosten könnte. Laut Landeshauptmann Markus Wallner wurden zur Krisenbewältigung bislang 13 Millionen Euro abgerechnet. „Die endgültigen Kosten werden aber um ein Vielfaches höher sein“, befürchtet Wallner. Mit 9,9 Millionen floss der größte Teil der Ausgaben in die Tourismus- und Gastronomiebetriebe. Für das Notversorgungszentrum in der Messehalle in Dornbirn wurden 320.000 Euro bezahlt sowie 260.000 Euro für den Wohnkostenzuschuss der Arbeiterkammer abgerechnet. Weitere 770.000 Euro gingen an das Rote Kreuz (die VN berichteten).