Kardiologe ortet mangelndes Bewusstsein für Herzerkrankungen

Vorarlberg / 06.07.2020 • 12:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kardiologe ortet mangelndes Bewusstsein für Herzerkrankungen
Laut Primar Matthias Frick braucht das Herz mehr Aufmerksamkeit. VN/STIPLOVSEK

Virtuelle Sprechstunde am Mittwoch, 8. Juli um 17 Uhr live auf VN.at

Feldkirch Viel war nach Abflauen der Hochphase der Coronapandemie von gesundheitlichen Kollateralschäden die Rede. Im Klartext: Während das Coronavirus aktiv und das Behandlungsangebot in den Krankenhäusern aus Sicherheitsgründen auf ein Minimum reduziert war, ging auch die Zahl der Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten merkbar zurück. Experten sprechen von bis zu 50 Prozent. Auch im Landeskrankenhaus Feldkirch ließ sich eine ähnliche Entwicklung beobachten. Im Rahmen einer österreichweiten Studie soll versucht werden, die Auslöser für dieses europaweite Phänomen zu ergründen. Bislang gibt es allerdings noch keine Erkenntnisse dazu.

Sinkende Sensibilität

Primar Matthias Frick, Leiter der Internen I am LKH Feldkirch, will zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht von einem Kollateralschaden reden. „Zum einen, weil es noch zu früh ist, um den Rückgang endgültig abschätzen und einordnen zu können und zum anderen, weil man auch mit einbeziehen muss, dass in Vorarlberg während der Coronakrise keine Touristen vor Ort waren, die sonst zu potenziellen Herzinfarktpatienten zählen“, begründet der Kardiologe. Er hat zudem festgestellt, dass sich Betroffene unabhängig von der Coronakrise bei einem Herzinfarkt generell viel später melden. Diesen Trend beobachtet Frick bereits seit Ende des vergangenen Jahres. Er vermutet hinter diesem Verhalten auch eine generell sinkende Sensibilität der Bevölkerung für Herzinfarktsymptome. Dabei gilt auch beim Herz: Zeit ist Muskel, denn je später ein Herzinfarkt behandelt wird, umso mehr wird der Herzmuskel geschädigt. Bewusstseinsbildung sei daher wichtig.

Im Rahmen einer virtuellen Sprechstunde steht Primar Matthias Frick am Mittwoch, 8. Juli 2020, ab 17 Uhr auf vn.at und vol.at für Fragen rund ums Herz zur Verfügung.