1,65 Meter hohes Zeugnis der Bergverbundenheit

Neues Gipfelkreuz am 2414 Meter hohen Schafgafall errichtet.
Vandans Mit Gipfelkreuzen kennt sich Manfred Plenke aus Vandans sehr gut aus. Der rüstige Pensionist hat seiner Liebe zu den Bergen bereits mehrfach Ausdruck verliehen, indem er einen solchen Zeugen der Bergverbundenheit aufgestellt hat. Am Wochenende kam ein weiteres Gipfelkreuz, sein fünftes, dazu. „Vor ein paar Jahren stand ich am Gipfel des Schafgafall und habe mir gedacht, hier sollte man ein neues Gipfelkreuz errichten“, erinnert sich der 71-Jährige. Vor wenigen Wochen machte sich der Wegewart vom Rellstal aus dann abermals mit einer Wandergruppe auf zum 2414 Meter hohen Gipfel. „Dabei habe ich die Gegebenheiten am Gipfel genau inspiziert und geschaut, wo man das Kreuz positionieren könnte“, so Plenke.
Eichenbalken und Edelstahlring
Danach fackelte der Montafoner nicht lange und ließ Taten folgen. Sein nächster Weg führte ihn zur Schreinerei Bitschnau, wo der Vandanser 44 Jahre lang gearbeitet hatte. Dort organisierte er sich einen schönen Eichenbalken, aus dem er sogleich den Rohling formte. Auch die Schlosserarbeiten wurden von ihm umgehend organisiert. So wurde Norbert Nesensohn beauftragt, den Fuß und den Ring des neuen Kreuzes zu gestalten. Parallel dazu wurde von Dieter Bitschnau (onlinedekor) eine Tafel mit allen am Gipfelkreuz beteiligten Personen gefertigt, die ebenfalls das neue Kreuz ziert.
Eineinhalbstündiger Marsch
Am Sonntag war es schließlich soweit. Pünktlich um 7 Uhr trafen sich die rund zehn Bergfreunde bei der Talstation der Lünerseebahn. Mit der ersten Gondel ging es hinauf zur Douglashütte, wo noch einmal die gesamte Ausrüstung und das Material kontrolliert wurden. „Wir wollten nicht am Gipfel oben stehen und dort draufkommen, dass uns eine Schraube fehlt“, sagt Plenke mit einem Augenzwinkern.
Was folgte war eine rund eineinhalbstündige Wanderung, bei der sämtliche Einzelteile des rund 1,65 Meter hohen Kreuzes auf den Schafgafall transportiert wurden. Oben angekommen machten sich die Bergfreunde gleich daran, den Sockel anzubohren sowie das Kreuz zusammenzuschrauben und einzurichten. „Wir haben uns bewusst für ein kleines Kreuz entschieden“, sagt Heribert Thoma, ein weiterer Mitstreiter Plenkes. „Unser Motto war: Das Kreuz soll nicht groß, sondern schön sein. Das ist uns unserer Meinung nach gelungen“, fügt er mit einem Schmunzeln hinzu.
Musik und Tanz
Ausgerichtet wurde das gebürstete Eichenkreuz auf die Alpe Lün. „Von dort kann man das Kreuz gut sehen“, begründet Plenke. Mit Musik und Tanz wurde die Neuerrichtung auf dem Gipfel schließlich noch gebührend gefeiert, ehe es für die Bergfreunde wieder hinunter ins Tal ging.

