So was von aufgeregt
Man hat es ja in Wahrheit nicht mehr präsent, aber es muss eine furchtbare Aufregung gewesen sein, damals: Die letzte Nacht vor dem ersten Schultag? Garantiert kein Auge zugetan! Jedenfalls nicht vor neun! Fragen hingen von der Kinderzimmerdecke … und Ausrufezeichen, wie ein buntes Mobile: Sitz ich neben dem Roman? Meine Schultasche ist die schönste! Und die Lehrerin, wie die wohl ist? Vermutlich dachte man damals das Wort „Fräulein“. So wollte die Dame mit den kastanienbraunen Haaren und der randlosen Brille auch angesprochen werden. Gesellschaftspolitisch noch völlig unbedarft, aber in der Erinnerung sehr lieb.
Die größte Sorge galt den Buntstiften, die beim Spitzen gerne abbrachen, und dem Einmaleins, das einem wie Zauberei erschien, die der ältere Bruder jedenfalls längst im kleinen Finger hatte. Und irgendwo waberte da in greifbarer Nähe eine unschätzbar große Freiheit: Der Schulweg, ohne elterliche Aufsicht.
Und heute? Was denken die Erstklässler heute? Spuken Masken durch ihre Träume? Nehmen sie sich vor, niemandem zu nahe zu kommen? Das wäre vielleicht vernünftig. Und doch wollen wir es nicht hoffen.
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