Pflegeheime wollen Schließungen vermeiden

Vorarlberg / 29.09.2020 • 13:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Pflegeheime sehen sich für den Herbst gut gerüstet. <span class="copyright">vn/paulitsch</span>
Die Pflegeheime sehen sich für den Herbst gut gerüstet. vn/paulitsch

Verschiedenste Maßnahmen sollen dabei helfen.

Bregenz Ein 30 Seiten starkes Krisenhandbuch, ausreichend Schutzmaterial, Besuchseinschränkungen und weiterhin intensive Testungen sollen die Pflegebereich einigermaßen sicher durch den Herbst und Winter bringen. Damit soll laut Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker auch eine Schließung von Heimen aufgrund von Coronainfektionen verhindert werden. Derzeit ist die Situation noch gut. Fünf Mitarbeitende und zwei Bewohner wurden bislang positiv getestet und sind entsprechend den Vorgaben in Quarantäne. „Das zeigt, dass die Heime im Umgang mit dieser Situation gut aufgestellt sind“, gab sich Wiesflecker im Pressefoyer nach der Regierungssitzung zuversichtlich, dass es so bleibt.

Klare Vorgangsweisen

Landeshauptmann Markus Wallner hatte ebenfalls eine positive Botschaft. Erstmals seit mehreren Wochen ist die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner während sieben Tagen, unter 50 gesunken. „Wir müssen jedoch weiter an einer Senkung der Fälle arbeiten“, betonte er, vor allem in Hinblick auf die Reisewarnung seitens Deutschlands. Um von dieser Einstufung wegzukommen, müssten die Zahlen mindestens zwei bis drei Wochen stabil niedrig bleiben.

Gar keine Infektionen sollen in Pflegeheime eingeschleppt werden. Dafür gibt es unter anderem einen detaillierten Maßnahmenkatalog für die verschiedenen Ampelfarben, der auch klare Vorgehensweisen bei Covid-19-Fällen enthält. Die Pflegeheime in den orange gefärbten Regionen haben auf die steigenden Infektionszahlen mit eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten sowie erhöhten Schutzmaßnahmen reagiert. Pro Heimbewohner sind maximal zwei Besucher täglich erlaubt. Verschärft sich die Lage, sei eine Reduzierung auf eine Person denkbar. „Eine Schließung von Heimen ist die letzte Maßnahme“, versicherte Katharina Wiesflecker. Auch Zutrittskontrollen sind wieder an der Tagesordnung. Mitarbeiterinnen von Mobilen Hilfsdiensten entlasten die Heime beim Besuchsmanagement. Mehr als 30 Pflegeheime nützen das Angebot bereits. Dazu gab es viele Testungen. In Summe wurden fast 5000 Tests vorgenommen, die Mehrzahl am Personal. Schutzmaterial ist für drei Monate vorhanden und wird regelmäßig an die Heime ausgeliefert.

24-Stunden-Betreuung funktioniert

Die 24-Stunden-Betreuung funktioniert laut Soziallandesrätin ebenfalls noch. Bis 31. Oktober können sich Betreuungskräfte die Kosten für eine im Ausland erfolgte PCR-Testung rückerstatten lassen. „Wir empfehlen aber weiterhin, vor Aufnahme der Betreuungstätigkeit eine Testung in Vorarlberg durchzuführen“, sagte Wiesflecker. Ab 1. Oktober kann pro Betreuungskraft und Monat eine PCR-Testung in Röthis kostenfrei in Anspruch genommen werden. Was auch nicht verhehlt wurde: Die Covid-19-Pandemie verursachte allein im Bereich der 24-Stunden-Pflege bislang Mehrkosten von 1,4 Millionen Euro. Darin inkludiert sind die Zulage von 500 Euro für 2082 Betreuerinnen sowie die Erholungsangebote in Ersatzquartieren.

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