„Eine Maske, um meine Klienten und mich zu schützen“

Vorarlberg / 03.10.2020 • 09:30 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
„Eine Maske, um meine Klienten und mich zu schützen“
Die diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester Anne Marie Kleber schützt mit der FFP2-Maske nicht nur ihre Klienten, sondern auch sich selbst.

Etwa 40.200 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger arbeiten mit Maske oder Gesichtsvisier.

Schwarzach Ohne sie geht eigentlich gar nichts mehr. Egal ob beim Einkaufen, im Bus, in den Gängen der Schule oder bei Behörden, in Zeiten von Corona gehört die Maske zum Dresscode im öffentlichen Leben dazu.

Doch für etwa 40.200 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger ist sie nicht nur ein Dresscode. So viele der rund 180.000 unselbstständig Beschäftigten arbeiten einer Schätzung des ÖGB Vorarlberg zufolge mit Maske oder Gesichtsvisier. Betroffen sind vor allem Mitarbeiter mit Kundenkontakt und im Dienstleistungsbereich. Dazu gehören Beschäftigte in Gewerbe und Handwerk, Handel, Transport und Verkehr, Tourismus und Freizeitwirtschaft sowie Pflegepersonal in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialbereichs. Etwa 18.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Maske dürften im Handel beschäftigt sein, gefolgt von 14.600 Beschäftigten in Tourismus und Freizeit und etwas über 4000 im Gesundheits- und Sozialbereich.

Herausforderung Maske

Mit dem 1. Mai durften die Friseurbetriebe im Land wieder Türen und Tore öffnen. Seitdem arbeitet Friseurin Ayse Palta mit der Mund-Nasen-Schutzmaske. Vor allem der heiße Sommer verlangte ihr einiges an Energie ab. Die diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester (DGKS) Anne Marie Kleber arbeitet seit Mitte März ebenfalls durchgängig mit Maske. Seit zehn Tagen trägt sie eine sogenannte FFP2-Maske, „um meine Klienten im Sozialzentrum Wolfurt und auch mich selbst zu schützen“. Die Maske hat teilweise körperliche Auswirkungen, die sich bei ihr in Kopfschmerzen manifestieren. Sie hat aber auch Auswirkungen auf ihre Klienten, die nicht mehr gut hören oder auf demente Personen, die das Gesicht nicht mehr erkennen können. Anna König, die im Modehandel arbeitet, und Kellnerin Jasmin Thurner durften den Sommer über ohne Maske arbeiten. Die beiden haben sich aber seit Mitte September schnell wieder daran gewöhnt, Kunden nur „mit“ zu bedienen.

<strong>Ayse Palta, 23, Dornbirn, Friseurin und Geschäftsinhaberin Coiffeur A.Rossa:</strong> Ich arbeite seit Mai mit Maske und muss sagen, dass ich nicht zu den Maskenfans gehöre. Mit den Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen kann ich aber sehr viel anfangen. Mit einer Maske benötige ich viel Energie zum Haareschneiden, Färben oder Föhnen. Im Sommer war es außerdem sehr heiß, mit dieser zu arbeiten, richtig unangenehm. Mit einem Gesichtsvisier habe ich es auch versucht, habe es aber gleich zur Seite gelegt. Es spiegelt zu stark. So kann ich beispielsweise keine Augenbrauen zupfen. Auffallend ist aber, dass die Kunden vorsichtiger geworden sind.
Ayse Palta, 23, Dornbirn, Friseurin und Geschäftsinhaberin Coiffeur A.Rossa: Ich arbeite seit Mai mit Maske und muss sagen, dass ich nicht zu den Maskenfans gehöre. Mit den Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen kann ich aber sehr viel anfangen. Mit einer Maske benötige ich viel Energie zum Haareschneiden, Färben oder Föhnen. Im Sommer war es außerdem sehr heiß, mit dieser zu arbeiten, richtig unangenehm. Mit einem Gesichtsvisier habe ich es auch versucht, habe es aber gleich zur Seite gelegt. Es spiegelt zu stark. So kann ich beispielsweise keine Augenbrauen zupfen. Auffallend ist aber, dass die Kunden vorsichtiger geworden sind.
<strong>Jasmin Thurner, 22, Dornbirn, Kellnerin im Mr. French in Dornbirn:</strong> Anfangs war die Maske ungewohnt und auch nervig. Inzwischen habe ich mich aber daran gewöhnt. Ich bin aber froh, dass es nicht mehr so heiß ist und mich die Maske nicht mehr im Gesicht kratzt. Jetzt wo es kühler ist, ist sie angenehm. Sie wärmt sogar etwas. Als wir ab Mitte September die Maske wieder tragen mussten, war die Eingewöhnungsphase eindeutig kürzer. Es ist mir sogar schon passiert, dass ich vergessen habe, das Teil nach Dienstschluss abzunehmen. Visiere habe ich auch schon ausprobiert. Ich bin aber lieber bei der Maske geblieben.
Jasmin Thurner, 22, Dornbirn, Kellnerin im Mr. French in Dornbirn: Anfangs war die Maske ungewohnt und auch nervig. Inzwischen habe ich mich aber daran gewöhnt. Ich bin aber froh, dass es nicht mehr so heiß ist und mich die Maske nicht mehr im Gesicht kratzt. Jetzt wo es kühler ist, ist sie angenehm. Sie wärmt sogar etwas. Als wir ab Mitte September die Maske wieder tragen mussten, war die Eingewöhnungsphase eindeutig kürzer. Es ist mir sogar schon passiert, dass ich vergessen habe, das Teil nach Dienstschluss abzunehmen. Visiere habe ich auch schon ausprobiert. Ich bin aber lieber bei der Maske geblieben.
<strong>Anna König, 19, Lustenau, Modeberaterin bei Facona in Dornbirn:</strong> Wir tragen im Geschäft ein Gesichtsvisier, das Nase und Mund bedeckt. Es ist angenehm zu tragen. Außerdem hat es den Vorteil, dass die Kunden unser Gesicht und unsere Mimik erkennen können. Klar, anfangs musste ich mich schon daran gewöhnen. Mich hat es nicht gestört, dass wir ab September wieder ein Visier anziehen mussten. Auch unsere Kunden halten sich sehr gut an die Maskenpflicht. Ich schätze, dass 90 Prozent beim Betreten des Geschäftes eine Maske tragen. Ich habe mich schon daran gewöhnt, während des Einkaufs einen MNS zu tragen. Wenn es nach mir ginge, könnte man das Desinfizieren der Griffe von Einkaufswagen, das Händewaschen und das Abstandhalten beibehalten.
Anna König, 19, Lustenau, Modeberaterin bei Facona in Dornbirn: Wir tragen im Geschäft ein Gesichtsvisier, das Nase und Mund bedeckt. Es ist angenehm zu tragen. Außerdem hat es den Vorteil, dass die Kunden unser Gesicht und unsere Mimik erkennen können. Klar, anfangs musste ich mich schon daran gewöhnen. Mich hat es nicht gestört, dass wir ab September wieder ein Visier anziehen mussten. Auch unsere Kunden halten sich sehr gut an die Maskenpflicht. Ich schätze, dass 90 Prozent beim Betreten des Geschäftes eine Maske tragen. Ich habe mich schon daran gewöhnt, während des Einkaufs einen MNS zu tragen. Wenn es nach mir ginge, könnte man das Desinfizieren der Griffe von Einkaufswagen, das Händewaschen und das Abstandhalten beibehalten.
<strong>Anne Marie Kleber, 54, Reuthe, DGKS im Sozialzentrum Wolfurt:</strong> Vor der Coronapandemie haben wir grundsätzlich keine Maske getragen. Ausnahmen gab es, wenn ein Bewohner Bronchitis oder Lungenentzündung hatte. Seit Mitte März tragen alle Bediensteten im Sozialzentrum Wolfurt Masken. Seit zehn Tagen sogar eine FFP2-Maske. Es ist zum Schutz unserer Klienten und von uns. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt. Grundsätzlich bedeutet die Maske aber eine Einschränkung. Wir haben Zwölf-Stunden-Dienste. Während dieses Dienstes gibt es bis auf die Pause oder die Falldokumentation nur wenige Momente ohne Maske. Die Folge ist, dass ich manchmal Kopfweh davon bekomme. Außerdem verstehen uns die schwerhörigen Klienten nicht mehr so gut und sie können auch nicht mehr von den Lippen lesen. Bei den Demenzkranken bleibe ich an der Tür des Zimmers stehen und nehme die Maske ab. Erst wenn sie mein Gesicht erkannt haben, trete ich ein.  <span class="copyright">Foto: Sozialzentrum Wolfurt</span>
Anne Marie Kleber, 54, Reuthe, DGKS im Sozialzentrum Wolfurt: Vor der Coronapandemie haben wir grundsätzlich keine Maske getragen. Ausnahmen gab es, wenn ein Bewohner Bronchitis oder Lungenentzündung hatte. Seit Mitte März tragen alle Bediensteten im Sozialzentrum Wolfurt Masken. Seit zehn Tagen sogar eine FFP2-Maske. Es ist zum Schutz unserer Klienten und von uns. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt. Grundsätzlich bedeutet die Maske aber eine Einschränkung. Wir haben Zwölf-Stunden-Dienste. Während dieses Dienstes gibt es bis auf die Pause oder die Falldokumentation nur wenige Momente ohne Maske. Die Folge ist, dass ich manchmal Kopfweh davon bekomme. Außerdem verstehen uns die schwerhörigen Klienten nicht mehr so gut und sie können auch nicht mehr von den Lippen lesen. Bei den Demenzkranken bleibe ich an der Tür des Zimmers stehen und nehme die Maske ab. Erst wenn sie mein Gesicht erkannt haben, trete ich ein. Foto: Sozialzentrum Wolfurt

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